Festkonzert zum 125-jährigen Bestehen des Giebringhäuser Männergesangvereins

„Kraft des Singens neu entdecken“

Diemelsee-Giebringhausen. - Der Giebringhäuser Männergesangverein feierte am Samstag sein 125-jähriges Bestehen mit einem vielseitigen Festkonzert in der Diemeltalhalle.

Der Liederabend des Jubiläumsvereins geriet zur Werbung für den Chorgesang – bewies es doch, wie groß die Bandbreite der Lieder ist. Vom modernen Shanty bis zum Volkslied, vom Klassiker Franz Schuberts bis zum ironischen Schlager Reinhard Mays reichten die Beiträge der sieben Chöre, die sich dem fachkundigen Publikum präsentierten. Der Vorsitzende Alfred Diener blickte zu Beginn kurz auf die 125-jährige Geschichte des Jubiläumsvereins zurück – die WLZ berichtete. Besonders zwei Daten hob er hervor: 1965 schlossen sich die Männerchöre aus Ottlar und Giebringhausen zusammen, und seit Januar 2014 besteht die Chorgemeinschaft aus Giebringhausen, Heringhausen, Ottlar und Stormbruch. Jens Kreten dirigiert die Sänger. Der MGV könne mit Freude“und Stolz auf seine 125 Jahre zurückblicken, sagte Bürgermeister Volker Becker. Er lobte „alle Beteiligte“, die den Bestand des Vereins über Jahrzehnte gesichert hätten. Vielen sei es zu verdanken, dass es gelungen sei, dem Wandel des Vereinslebens frühzeitig zu erkennen und erfolgreich mitzugestalten. Der Zusammenschluss 2014 sei eine richtige und weitsichtige Entscheidung gewesen, nur so sei es gelungen, den Chorgesang in allen vier Dörfern zu erhalten, erklärte Becker: „Sie sind ein Vorbild für andere Chöre.“ Der lange Fortbestand sei nur möglich gewesen, „weil sich immer wieder ehrenamtliche Funktionsträger in den Dienst der Gemeinschaft gestellt haben“, sagte Becker. Sie hätten Verantwortung übernommen und sich nicht über Veränderungen beklagt, sondern sie als Herausforderung angesehen. Dabei seien die Giebringhäuser ein lebendiges „Musterbeispiel erster Klasse“. Sie zeigten, „dass es sich lohnt, die Menschen für das Singen zu begeistern“. Ortsvorsteher Frank Mehrhof dankte dem MGV für die „kulturelle Unterstützung, die ihr im Dorf leistet“. Er wünsche noch viele erfolgreiche Sangesjahre und hoffe, „dass ihr in der Dorfgemeinschaft aktiv bleibt.“ Die vier Vereine der Chorgemeinschaft kämen zusammen auf ein Alter von 482Jahren, stellte der stellvertretende Vorsitzende des Waldeckischen Sängerbundes, Karl-Friedrich Trachte aus Schweinsbühl, fest. Sie seinen „mit Freude beim Gesang“ und hätten ihre Chöre „über die Wirrnisse der Zeit“ in die Gegenwart gebracht. „Das zeugt von der besonderen Liebe zum Lied.“ Lieder seinen eine „Brücke von Mensch zu Mensch“, doch das Singen sei etwas verdrängt worden. Er hoffe, dass viele „die Kraft des gemeinsamen Singens neu entdecken“. Viel Arbeit in 125 Jahren Der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Sängerbundes, Hans-Joachim Zwickirsch, erinnerte an all die Arbeit, die Sänger, Vorstände und Chorleiter in den vorigen 125 Jahren aufgebracht hätten. Die Giebringhäuser hätten früh genug erkannt, „dass etwas geschehen muss, damit die Sänger weiter singen können“: Sie hätten sich 1965 und 2014 mit anderen zusammengeschlossen. So viel Weitsicht sei im Sängerbund „leider sehr selten zu finden“. Jubiläum habe auch ein bisschen mit jubeln zu tun, sagte die Vorsitzende des Sängerbezirks Rhene-Diemetal, Astrid Behle. Und der schönste Jubel für die Sänger sei immer noch das Lied – „harmonisch und klangvoll, aus voller Kehle oder auch besinnlich vorgetragen“. Sie hoffe, der Verein habe auch weiter stets einen Grund zum Jubeln. – 
Nach zwei Liedern der Chorgemeinschaft „Diemeltal“ trat die „Liedertafel“ aus Schweinsbühl mit Chorleiter Ingo Rühmann auf, der MGV Wirmighausen mit Jens Kreten und der Kirchenchor des Kirchspiels Heringhausen unter der Leitung von Pfarrer Hans Jörg Schultze folgten. Zu Gast waren auch die alten Freunde des Gesangsvereins aus Thalitter mit Ulrich Fingerhut, der MGV Rattlar mit Christoph Lamm und der erst 82 Tage alte ehemalige Projektchor „Cantiamo“ aus Rhenegge mit Daniela Weltecke. Mit dem Shanty „Santiano“ verabschiedete sich die Chorgemeinschaft – es war das erste Lied, das sie 2014 gemeinsam einstudiert hat. Durch den Abend führte Karl-Friedrich Fieseler als Moderator.Mit dem von Hildegard Waldschmidt gedichteten „Giebringhäuser Lied“ zur Melodie des „Waldecker Liedes“ endete das Programm, alle sangen mit: „Mein Dörflein lebe hoch. Mein Heimatdorf hoch hoch...“ Es leitete über zum gemütlichen Teil: Die Band „Swinging Generation“ spielte zum Tanz auf. Von Dr. Karl Schilling

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