Korbach

Kreisstadt im Blick der Forscher

- Korbach (jk).Der Geopark „Grenzwelten“ will künftig für Furore sorgen. Das nicht nur bei touristischen Besuchern, sondern auch in der Forschung. Für eine Tagung zur „Korbacher Spalte“ im Oktober werden führende Wissenschaftler erwartet.

So wertvoll wie die Akropolis in Athen, das meinen etliche Wissenschaftler über die Korbacher Spalte. Das Bemühen, dieses fossile Grab der Erdgeschichte als Welterbe bei der UNESCO eintragen zu lassen, ist bislang gescheitert. Trotzdem hat der Steinbruch am Korbacher Stadtrand wenigstens in Forscherkreisen durchaus weltweite Bekanntheit. Ein wissenschaftlicher Vorreiter wird am 28. Oktober zu Gast in Korbach sein: Professor Hans-Dieter Sues. Er ist einer der Referenten für das erste internationale Symposium zur Korbacher Spalte. „Fenster in die Lebewelt des Oberperms vor 250 Millionen Jahren“ heißt der Titel. An drei Tagen geht es um Exkursionen im Landkreis, um einen öffentlichen Vortragsabend und wissenschaftliche Vorträge in der Korbacher Stadthalle. 200 bis 300 Teilnehmer erwartet Norbert Panek, Leiter des Geopark-Projektbüros beim Kreis. Hans-Dieter Sues kehrt dabei an eine alte Wirkungsstätte zurück. Der deutsche Forscher arbeitet heute an der renommierten „Smithsonian Institution“ in Washington und ist ausgemachter Permzeit-Experte. 1988 veröffentlichte Sues in der Zeitschrift „Nature“ (London) den ersten Beitrag über den Korbacher „Urwelt-Dackel“ – den Procynosuchus. Berühmter „Urwelt-Dackel“ Der rund 65 Zentimeter große „Hundezähner“ gilt als Vorläufer der späteren Säugetiere, wäre damit auch ein Urahn der Menschheit. Neben weiteren säugetierähnlichen Arten birgt die Korbacher Spalte aber auch versteinerte Reste von Urahnen der späteren Dinosaurier. Ähnliche Funde sind bislang nur aus dem südlichen Afrika und dem nördlichen Russland bekannt. Und deshalb ist der „Urwelt-Dackel“ auch ein Beweis, dass vor rund 250 Millionen Jahren tatsächlich der große Urkontinent „Pangäa“ existierte. Der Eisenberg (Goldhausen), der Steinbruch Bötzel in Rodenbach bei Frankenberg und der Steinbruch Bauch in Dorf­itter werden weitere Stationen auf dem Pfad der „Grenzwelten“ im Oktober sein, wie der Korbacher Dr. Marc Müllenhoff und Dr. Thomas Keller (Landesamt für Denkmalpflege) erklären. So bietet Rodenbach beispielsweise zeitgleiche Fossilien von Pflanzen aus der Welt vor 250 Millionen Jahren. Symposium und Exkursionen (je 10 Euro Kostenbeitrag) sind für alle Interessenten offen. Anmeldungen sind ab sofort beim Bürgerbüro Korbach möglich (Mail: buergerbuero@korbach.de, Tel. 05631/53-232).

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