58-jähriger Paderborner wegen Verstößen gegen Waffenrecht verurteilt

Kriegsgerät im Arsenal

Korbach - Wegen des Besitzes unerlaubter Waffen, dem verbotenen Einbau von Teilen und dem Handel mit seinem Arsenal hat ein 58-Jähriger aus dem Kreis Paderborn eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten erhalten.

Bei einer Durchsuchung im Jahr 2012 entdeckten Ermittler sein umfangreiches Waffenlager: Das Arsenal umfasste neben verschiedenen Pistolen und Gewehren auch Einzelteile für Waffen von Revolvern bis zu M16-Sturmgewehren - Komponenten für letzteres zählen als Kriegswaffe und sollten laut Gesetz für gewöhnlich nicht in private Händen geraten. Auch für andere Teile seiner Waffenkammer hatte der Paderborner keine Genehmigung.

Der Mann räumte auch ein, mit einem 50-jährigem Korbacher gehandelt zu haben - auch dieser war nicht berechtigt, die Waffen zu besitzen. Unter anderem baute er einen Lauf in eine halbautomatische Pistole ein. Am gravierendsten war der Verkauf eines selbstladenden Simonov-Gewehrs nebst 700 Schuss an den Korbacher - dieser verkaufte die Kriegswaffe später an einen verdeckten Ermittler des Bundeskriminalamts.

Drei andere ursprünglich erhobene Vorwürfe - die Produktion eines Gewehrlaufs, die Herstellung eines Schalldämpfers für ein M16-Sturmgewehr und der Verkauf einer solchen Waffe - bestritt der Mann. Da er in den übrigen Fällen voll geständig war, einigten sich Verteidigung und Anklage darauf, diese Punkte fallen zu lassen.

Der Angeklagte erklärte, schon als Kind Reste von einem britischen Truppenübungsplatz gesammelt zu haben. Im Erwachsenenalter sei er Teil der „Waffennarrenszene“ geworden. Seinen späteren Korbacher Handelspartner lernte er kennen, als dieser beim Schießsportverein nach Reparaturen fragte - er habe Zeit gehabt und die Herausforderung gesucht. „Es ist eine Szene, in der viel legal läuft, und irgendwann wird die Grenze überschritten“, erklärte sein Verteidiger. Der Bewertung als minderschweren Fall entgegen hielt die Staatsanwaltschaft den Umfang seines Waffenlagers, seine Missachtung des Waffenrechts und seine „kriminelle Energie“.

Für ihn sprach neben seinem Geständnis und seinem Mangel an Vorstrafen, dass er weitergehende Ermittlungen unterstützt hat. Gegen seinen Korbacher Handelspartner bereitet das Landgericht Kassel einen umfangreichen Prozess vor, er selbst machte die Behörden auf einen Lieferanten bei der britischen Armee aufmerksam.

Mit seiner Bewährung ist die Zahlung von 600 Euro verbunden. Auf sein beschlagnahmtes Arsenal verzichtete er bereitwillig: Er habe keine Verwendung mehr dafür, erklärte sein Verteidiger. Seit den Ermittlungen habe er sich deutlich von seiner alten Szene distanziert. (wf)

Kommentare