Korbach

Krise beschert Ebbe in der Kasse

- Korbach (jk). Die anhaltende Wirtschaftskrise beschert vielen Städten und Gemeinden desolate Finanzen. In Korbach bricht allein die Hälfte der Gewerbesteuer weg. Noch zehrt die Kreisstadt von einem Polster.

Der Kassensturz brachte am Donnerstagabend die Parlamentarier im Haupt- und Finanzausschuss ordentlich ins Grübeln. Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich, Stadtkämmerer Ralf Buchloh und Finanzexpertin Birgit Handt legten die aktuelle Finanzlage schonungslos offen. Friedrichs Fazit: Die Schockwellen durch die weltweite Wirtschaftskrise „rütteln an den Grundfesten der kommunalen Haushalte.“ Statt der geplanten rund 150 000 Euro Überschuss läuft die Gewinn- und Verlustrechnung (Ergebnishaushalt) der Kreisstadt auf ein millionenschweres Minus für 2009 hinaus. Zum Stichtag 31. August schlagen bereits knapp 1,4 Millionen Euro Verlust zu Buche. Dabei hat die Stadt ihre Kosten weiter gut im Griff, untermauern Friedrich und Buchloh: Ob Personal, Sachleistungen oder Investitionen – überall stehen die symbolischen Ampeln in der Zahlenvorlage für die Parlamentarier auf Grün. „Wir haben ein Einnahmeproblem“, skizzierte Buchloh die Lage. Das hört sich zunächst banal an. Soll die Stadt doch sparen, wäre eine Schlussfolgerung. Doch anders als private Haushalte oder Unternehmen kann eine Gemeinde nicht einfach Leistungen einstellen. Das reicht von millionenschweren Zuschüssen für die Kindergärten über die Bäder bis zu Stadtbus und Anruf-Sammeltaxis. Ebenso können Gemeinden nicht – wie der Staat – munter an der Steuerschraube drehen, um die Kassenlage aufzubessern. Auslöser der Misere ist vor allem die Gewerbesteuer. Rund neun Millionen Euro hatte Korbach eingeplant, tatsächlich werden wohl nur vier bis fünf Millionen Euro für 2009 fließen. Zwischen 2004 und 2007 waren es noch 12 bis 14 Millionen Euro.Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Freitag, 11. September 2009.

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