Abriss des Korbacher Parkdecks geplant

Künftig mehr Komfort für Autofahrer

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Blick aufs Parkdeck an der Kalkmauer. Der neue Parkplatz im Zentrum soll künftig bequemeres Einparken bieten.

Korbach - Mehr Qualität statt Quantität - das soll künftig auch für die Parkplätze an Korbachs Einkaufsmeile gelten. Nach dem Abriss des Parkdecks sollen die neuen Stellplätze deutlich breiter werden.

Betonsäulen lügen nicht: Schrammen und Farben in Deutschlands älteren Parkhäusern zeugen davon, dass die Autofahrt in die Zentren oft nicht ohne teure Blessuren an den Karossen abgeht. Sichtbar wird dies auch im Korbacher Parkdeck.

Das Betonbauwerk ist nach 38 Jahren marode. Sanierung oder Abriss sind die Alternativen. Die Hansestadt will sich vom Doppeldecker verabschieden und plant eine ebenerdige Lösung. Rund 1,4 Millionen Euro soll die Neugestaltung kosten - Auftakt möglichst im Sommer 2015. Mit diesem Plan soll das Zentrum optisch aufgewertet werden, es schrumpft aber auch die Zahl der Stellplätze - von bislang rund 140 auf künftig 115.

Aus den Reihen der Händler gab es dafür Kritik. Es gibt aber auch Kaufleute, die das Konzept begrüßen, betonte Patricia Mitsch (CDU) bei der Beratung im Haupt- und Finanzausschuss des Parlaments. Motto: Es geht beim Parken im Zentrum auch um das Wohlgefühl der Auto fahrenden Kunden. „Es wäre attraktiv, wenn man wüsste, dass es auch ein paar breitere Parkplätze gibt“, sekundierte Parlamentschefin Lilo Hiller (SPD).

Selbst bei einer Sanierung des Parkdecks gingen künftig einige Stellplätze verloren. Nach aktueller Norm müssten die Parkflächen auf 2,50 Meter verbreitert werden. Viele Supermärkte bauen aber heutzutage bereits mit „Komfortzonen“ von 2,70 bis 2,80 Meter.

Der Hintergrund ist leicht erläutert: Der Trend geht zu breiteren und größeren Autos - und die Menschen hinterm Steuer sind im Schnitt älter geworden. Zugleich ändert sich im Internetzeitalter das Kaufverhalten. Einkaufsbummel im Zentrum sollte also noch mehr Erlebnis und Komfort bringen.

Ein Stück mehr Komfort bei den Parkplätzen stieß denn auch im Ausschuss des Parlaments auf viel Gegenliebe. „Zumal es in Korbachs Zentrum insgesamt ausreichend Parkplätze für Kunden gebe, erklärte Hiller.

„Wenn wir Komfortparkplätze wollen, dann müssen wir auf zwölf Parkplätze verzichten, wären aber immer noch über 100“, rechnete FDP-Sprecher Arno Wiegand kurzerhand hoch. Für FWG-Fraktionschef Kai Schumacher war deshalb wichtig, ob bei der Stadt stichhaltige Zählungen vorliegen, wie stark das Parkdeck genutzt wird.

Eine ganzjährige Auswertung dazu gibt es nicht. Eine Zählung im Dezember 2013 habe jedoch ergeben, dass das Parkdeck maximal zu 70 Prozent ausgenutzt sei, erklärte Bublak.

So plädierte auch SPD-Sprecher Helmut Schmidt für mehr Qualität beim Parken: „Wichtig ist, dass wir attraktive Parkplätze haben, die auch genutzt werden.“

Auf den Zentimeter legte sich der Ausschuss jedoch nicht fest. Bauamtsleiter Bublak schlug eine Stellplatzbreite zwischen 2,65 und 2,75 Mete vor. Den Entwurf des neuen Parkplatzes an der Kalkmauer will er nunmehr aktualisieren.

Diesem Weg stimmte der Finanzausschuss mit großer Mehrheit zu. FWG-Fraktionschef Kai Schumacher enthielt sich. (jk)

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