Heimgeleuchtet

Ku(h)banisch

Korbach - Das Kunstwerk auf dem Kreisel an der Flechtdorfer Straße bleibt ein Dauerbrenner bei uns in Korbach.

Die einen zweifeln noch immer an der gestalterischen Qualität der Reifenstatue, bei anderen hingegen entfaltet sie schier magische Anziehungskraft. Nach offiziell noch unbestätigten Berichten sollen manche faszinierten Autofahrer inzwischen derart oft um das Rondell gesteuert sein, dass ein neuer Satz Conti-Reifen am Auto fällig wurde. Wahrlich also eine runde Sache – auch aus vertriebsstrategischen Erwägungen. Kein Wunder, dass unser größter Arbeitgeber eine weitere Halle breite Schlappen bauen muss.

Schmal wie Trennscheiben erscheinen uns dagegen heutzutage die Pneus vom alten Opel Blitz der Meineringhäuser Feuerwehr. Vor 50 Jahren holten vier Meineringhäuser mit Ortsbrandmeister Willi Schäfer das brandneu aufgerüstete Löschgruppenfahrzeug ins Waldecker Land, und bis heute steht es bei den Meineringhäusern in Diensten – wenn auch vielleicht mehr als feuerrotes Spielmobil. Die Blauröcke sammeln sogar Jahresbeiträge, um ihren Oldtimer selbst in Schuss zu halten.Dem Vernehmen nach soll Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt bereits darüber sinnieren, ob das Konzept der Eigenfinanzierung aus seinem Heimatdorf auch auf den Fuhrpark der Kernstadt-Feuerwehr zu übertragen ist. In Zeiten knapper Kassen würde das die Stadtkasse immens schonen. Als weitere Einsatzgebiete des Meineringhäuser Modells wären Schneepflüge, Müllfahrzeuge und Krankenwagen denkbar – und zu guter Letzt natürlich auch das Bürgermeisterdienstfahrzeug. Damit würden wir auf Dauer wahrhaft karibisches Flair auf Korbacher Straßen holen – Kubas Oldtimer lassen grüßen. Das wiederum lockt viele Gäste von außerhalb, die dann um das Conti-Kunstwerk kreiseln. Denkt mal drüber nach …

Euer

Nachtwächter

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