Verein zur Erhaltung alten Kulturgutes stellt am Sonntag Kupferbergbau in den Mittelpunkt

Kultur trifft Kartoffel in Goddelsheim

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Der Goddelsheimer Kulturverein lädt am Sonntag zum Kartoffelbraten an die Museumsscheune ein. Für Kinder gibt es ein rundes Programm – und das Hauptthema, zu dem es am Sonntag viele Beiträge gibt, heißt: 200 Jahre Kupferbergbau in Goddelsheim.

Lichtenfels-Goddelsheim - Mit einem großen Programm gestaltet der Kulturverein in Goddelsheim am kommenden Sonntag sein traditionelles Kartoffelbraten: Im Mittelpunkt steht die 200-jährige Geschichte des Kupferbergbaus in dem Lichtenfelser Stadtteil.

Bratkartoffeln mit Pilzen, Pellkartoffeln mit Sahneheringen, Kartoffelwaffeln, Ofenkuchen, herzhaft Gegrilltes, Kuchen - all die Köstlichkeiten werden am kommenden Sonntag, 30. September, beim Kartoffelbraten in Goddelsheim rund um Museum, Scheune und Kirche für den lukullischen Schmaus gereicht. Doch wenn der Verein zur Erhaltung alten Kulturgutes zum Kartoffelfest einlädt, bleibt es nicht bei Gerichten mit der „tollen Knolle“ - stets bieten die Mitglieder auch ein großes Programm zu einem bestimmten Thema. „200 Jahre Kupferbergbau in Goddelsheim“ ist dieses Jahr in den Mittelpunkt gerückt, und passend dazu hat Jürgen Dunkelmann ein Buch zu dem Thema herausgegeben: Druckfrisch stellt der Immighäuser das Werk „Kupfer, Knappen und Konflikte - Vom Kupferbergbau in Goddelsheim“ am Sonntag um 11 Uhr mit einem Festvortrag in der Kirche vor. Beim Fest kann das Buch, das der Kulturverein herausgibt, auch erworben werden - Signatur inklusive.

Pochwerk wird eingesetzt

Ein weiterer Glanzpunkt beim Kartoffelbraten ist die Enthüllung des Modells eines historischen Pochwerks, das voll funktionsfähig ist. Pochwerke dienten früher zum Zertrümmern von Erzgestein; Wilhelm Kamm, Joachim Rhode und Werner Emde haben das Modell mit einem Mühlendurchmesser von einem Meter in mühevoller Kleinarbeit für den Kulturverein gebaut, erklärt Vereinsvorsitzender Reinhard Weber.

Video und Ausstellungen

„K wie Kupfer - Zeugnisse von 200 Jahren Kupferbergbau“ heißt das unterhaltsame Video, das Reinhard Weber und Torben Schott gedreht haben - das halbe Dorf wurde in die Videoaufnahmen miteinbezogen. Gezeigt wird es am Sonntag um 14.30 und 16.30 Uhr in der Garage Böhle. Zum Thema Kupfer werden zudem auch Ausstellungen zu sehen sein: Birgit und Volker Emde aus Korbach zeigen Kupferschlacke und Mineralien, die unter anderem aus der Fuchsmühle in Goddelsheim stammen. Reinhard Weber präsentiert Kupferverhüttung und Verwendung von Kupfer - einst und heute - und Norbert Panek gibt Informationen zum Geopark Waldeck-Frankenberg. Praktische Demonstrationen zum Werkstoff Kupfer bietet Meister Ludwig Böhle in seiner Werkstatt, die bei der Museumsscheune liegt. Zum Kupfer-Programm gehört außerdem ein Angebot für Kinder: Sie können sich in einem künstlich installierten Tunnel, dessen Größe den Goddelsheimer Verhältnissen nachempfunden wurde, bewegen.

Kinderprogramm

Überhaupt ist es ein Markenzeichen des Goddelsheimer Kartoffelfestes, dass die Interessen von Mädchen und Jungen nicht zu kurz kommen: Neben dem „Stollenstöbern“ im Gewölbekeller wird Kinderschminken in der Heimatstube geboten, außerdem Planwagenfahrten mit Oldtimer-Traktoren, Ponyreiten auf dem Reitplatz Knipp und Akrobatik mit Matthias Schäfer.

Zum allgemeinen Rahmenprogramm gehören Vorführungen am Webstuhl: Meisterin Luise Schmidt zeigt in der Heimatstube, wie Alpaka gewebt wird. Um 13.30, 15 und 16 Uhr sind in der Kirche Orgel- und Geigenkonzerte zu hören: Anneke Heine und Timo Reips spielen Orgel, Torben Schott Geige.

Kulinarisch werden Spezialitäten rund um die Kartoffel geboten - von Bratkartoffeln bis zum Ofenkuchen. Aber auch Steaks, frisch gebackenes Brot aus dem Museumsofen sowie Kaffee und Kuchen werden gereicht.

Geboten werden zudem Herbstblumensträuße, Handmassagen mit duftenden Ölen, Stockbrotbacken und Kirchturmführungen. Das Kartoffelbraten beginnt am Sonntag um 11 Uhr mit dem Festvortrag in der Kirche; Posaunenchor, Männergesangverein und Frauenchor umrahmen den Festauftakt musikalisch. Gäste sind sehr gern gesehen; der Eintritt zum Fest ist frei.

Hintergrund

Der Verein zur Erhaltung alten Kulturgutes in Goddelsheim feiert 2014 sein 25-jähriges Bestehen; seine rund 280 Mitglieder inklusive Vorsitzendem Reinhard Weber haben seit seiner Gründung in dem Lichtenfelser Stadtteil viel bewegt und tragen mit viel Elan zur Gestaltung des kulturellen Lebens in Goddelsheim bei.

In dem Museum, das sie neben der Kirche aufgebaut haben, können historische Handwerksgeräte, Maschinen und sonstige Technik, Möbel, Hausrat und Webstühle in Augenschein genommen werden. Unter dem Dach des Kulturvereins haben sich außerdem technisch versierte Mitglieder zu den „Schwungmassenfreunden“ zusammengeschlossen – und die nächsten Pläne sind schon anvisiert:

Die Sanierung der städtischen Scheune am Friedhof möchten die Vereinsmitglieder im Rahmen der Dorferneuerung vorantreiben, sie soll zur „Museumsscheune Landwirtschaft“ umgebaut werden. (md)

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