Sänger feiern halbes Jahrhundert Chorgemeinschaft Ottlar und Giebringhausen mit neun Gastchören

Kulturelles Rückgrat des Dorflebens

Diemelsee-Ottlar - Ihr 50-jähriges Bestehen feierte die Chorgemeinschaft Ottlar/Giebringhausen am Samstagabend. Zahlreiche Vereine und Gäste kamen zum Fest.

Die Dommelhalle war am Samstagabend gerammelt voll mit Musikfreunden und Gesangvereinen. „Knallt die Hütte voll“, hatte sich Christoph Lamm, Dirigent der Chorgemeinschaft Ottlar/Giebringhausen, zum Jubiläum gewünscht und er bekam, was er wollte: Gleich neun Gastchöre aus der eigenen Gemeinde, dem restlichen Waldecker Land und dem benachbarten Westfalen kamen nach Ottlar. Die Chorgemeinschaft hieß ihre Gäste mit dem von Margarete Bornemann und Othmar Kirst verfassten Sängergruß im Diemeltal willkommen. Karl-Friedrich Biederbick, der Vorsitzende der „Harmonie“ Ottlar, begrüßte die Besucher und Ehrengäste, bevor er zusammen mit seinem Giebringhäuser Gegenstück Alfred Diener langjährige Mitglieder der Chorgemeinschaft auszeichnete. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Friedrich Wilke, Rudi Schonter und Herbert Wilke aus Giebringhausen sowie Karl-Heinz Büddecker und Herbert Wilke aus Ottlar geehrt. Karl Gerhardt aus Giebringhausen, ebenfalls ein Mitbegründer, war erkrankt und konnte nicht teilnehmen. Für 40 Jahre wurde der ehemalige Ottlarer Fritz Fischer ausgezeichnet, der aber seit 2006 in Frankenberg lebt. Auch der langjährige Dirigent und jetzige Ehrenchorleiter Lothar Lamm erhielt Anerkennung für seine Verdienste. „Ohne ihn würde es die Chorgemeinschaft wahrscheinlich nicht geben“, betonte Karl-Friedrich Fisseler, der durch den Abend führte und einen Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre lieferte: „Die Einheit hat sich für beide Vereine und Dörfer bewährt“, sagte er und verwies auf zahlreiche gemeinsame Aktivitäten. Für den Gemeindevorstand überbrachte der Erste Beigeordnete Eckhard Köster dem „kulturellen Rückgrat der Dorfgemeinschaft“ Grüße, für den Sängerbezirk Rhene-Diemeltal Hans-Peter Bartmann. Im Titel „Wii un unse Platt“ stellten die Sänger fest, dass sich jeder bei Gesang daheim fühle, und übergaben so an die Gastchöre. Aus der Gemeinde Diemelsee traten zunächst der Männergesangverein Stormbruch mit „Santo Domingo“ und „Rot sind die Rosen“ und die Herren vom Gesangverein „Eintracht“ Heringhausen mit „Gesundheit, Herr Nachbar“ und „Aller guten Dinge sind drei“ auf. Die längste Anreise hatte der Gesangverein Thalitter, der ein musikalisches „Vaterunser“ und das Lied vom „Bummel Petrus“ vortrug. Einen anderen Schwerpunkt setzte der MGV „Liedertafel“ Schweinsbühl mit den Trinkliedern „Aus der Traube in die Tonne“ und „Das erste Bier muss zischen“. Aus der westfälischen Nachbarschaft kam der MGV „Cäcilia 1866“ Bontkirchen mit „Island in the sun“ und „Santiano“. Alfred Diener zeigte sich von dem „kleinen Verein, der immer neue Lieder singt“ begeistert. Der folgende Männergesangverein Rattlar wurde mit „Wir werden nicht älter“ fast schon sozialkritisch, bevor er den „Feierabend“ besang. Als Nächstes sangen der Kirchenchor Heringhausen „Singt Hallejua“ und „Hohe Tannen“, der Männergesangverein und Frauenchor Gembeck „Amigos­ para siempre“, „Tanze mit mir in den Morgen“ und „Zeig mir den Platz an der Sonne“ sowie der Gesangverein Eimelrod „Leuchte schöner Tag“ und das „Oktoberlied“. Als Finale traten die Jubilare zusammen mit den Rattlarern vor das Publikum. Unter dem gemeinsamen Chorleiter Christoph Lamm gaben sie „Der Wanderer“ und „Klinge, Lied, lange nach“ zum Besten. Der Abend blieb beim Tanz zur Band „Swinging Generation“ musikalisch.Die Vorsitzenden der Gastvereine zeigten sich über den gelungenen Abend und die Freundschaft zur Chorgemeinschaft erfreut: „Wir fühlen uns in Ottlar und Giebringhausen wohl“, erklärte Karl-Friedrich Trachte, Vorsitzender des Sängerbezirks Upland, „und das ist das Geheimnis ihres Erfolges.“ Von Wilhelm Figge

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