Interkommunale Zusammenarbeit: Pionierarbeit der selbständigen Beruflichen Schulen

„Landesweit einmaliges Projekt“

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Innenminister Peter Beuth (vorn links) unterstützt die Zusammenarbeit der vier selbständigen Berufsschulen in Hessen mit 75 000 Euro aus dem Staatssäckel. Einen entsprechenden Bescheid überreichte er gestern an Landrat Dr. Reinhard Kubat. Foto: Marianne Dämmer

Korbach - Pionierarbeit leisten die beiden beruflichen Schulen in Waldeck-Frankenberg: Zusammen mit den zwei anderen selbständigen Berufsschulen in Hessen bauen sie eine gemeinsame Verwaltungsstruktur auf. Innenminister Peter Beuth unterstützt das mit 75000 Euro.

Derzeit gibt es lediglich vier staatliche Berufsschulen in Hessen, die sich rechtlich selbständig gemacht haben – die Beruflichen Schulen in Korbach und Bad Arolsen, die Hans- Viessmann-Schule in Frankenberg, das Berufliche Schulzentrum Odenwald und die Oskar -von-Miller-Schule in Kassel. Mit den Gang in die Selbständigkeit können die Schulen sich selbständig verwalten, müssen dabei aber auch ihren Etat selbständig führen und unterliegen in der Haushaltsführung und dem Rechenwesen ganz und gar den kommunalen Vorschriften.

Das birgt Herausforderungen, denen die Schulen über Kreisgrenzen hinweg gemeinsam die Stirn bieten: Unter anderem eine neue EDV-Ausstattung, ein gemeinsames Rechenzentrum und die Ausbildung der Mitarbeiter in allen Standorten ist nötig. Außerdem wird ein Handbuch als Nachschlagewerk verfasst. Ziel ist, eine einheitliche Struktur zu schaffen, nach der sich alle richten können – auch die Berufsschulen, die sich noch selbständig machen werden.

Weil sie in ihrem Streben, gemeinsam eine effektive Haushalts- und Kassenführung zu schaffen, hessenweit Neuland betreten, haben die jeweiligen Landkreise beim Land Hessen einen Antrag auf Förderung gestellt – und gestern Nachmittag von Innenminister Beuth im Korbacher Kreishaus einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 75000 Euro als Anschubfinanzierung für ihre interkommunale Zusammenarbeit erhalten.

Es sei lobenswert, dass sich die Schulen zusammentun, um „in Zukunft möglichst effizient arbeiten zu können. Sie leisten echte Pionierarbeit“, sagte Beuth gestern bei der Übergabe des Bescheids. Als „herausragende Arbeit“, die in Waldeck-Frankenberg für die hessischen Berufsschulen geleistet werde, bezeichnete Landrat Dr. Reinhard Kubat das Wirken auf neuen Terrain.

Die Verwaltungschefs und Leiter der vier Schulen dankten für die Unterstützung. „Es ist eine Riesen-Herausforderung, eine effiziente Arbeit zu leisten, die auf Dauer wirklich Einsparungen bringt“, unterstrich Martin Merhof, Verwaltungsleiter der Hans-Viessmann-Schule in Frankenberg. Waltraud Credé vom Staatlichen Schulamt in Fritzlar gab ein positives Echo: „Es ist schwierig, über eine große Entfernung hinweg miteinander zu kooperieren, doch wir merken schon nach kurzer Zeit, dass wir alle davon profitieren.“

Von Marianne Dämmer

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