Kindergarten-Neubau an Knöchelhalle favorisiert

Landrat kommt mit Finanzspritze nach Sachsenberg

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Landrat Dr. Reinhard Kubat überreichte einen Bewilligungsbescheid des Bundes an Bürgermeister Uwe Steuber (Mitte) im Beisein der Mädchen und Jungen im Kindergarten, ihren Erzieherinnen Anke Garthe, Ellen Kuhnhenn, Bärbel Schmidt und Irene Dippel (v.l.) sowie (v.r.) Pfarrer Friedemann Grass und Delia Enderlein, Geschäftsführerin beim Gesamtverband Lichtenfels-Eisenberg. Foto: md

Lichtenfels-Sachsenberg - Ob Neubau an der Knöchelhalle oder Anbau an das Fachwerkhaus: Einen Bewilligungsbescheid des Bundes in Höhe von 105?000 Euro für den Kindergartenbau in Sachsenberg hat Landrat Dr. Reinhard Kubat überreicht.

Seit langem suchen die Stadtverordneten und Sachsenberger Wege, um die räumliche Situation für die Mädchen und Jungen im Kindergarten zu verbessern. Zur Diskussion stehen zwei Alternativen: Entweder wird das alte, unter Denkmalschutz stehende und zweigeschössige Fachwerkhaus im Zentrum von Sachsenberg grundlegend saniert und mit einem Anbau versehen oder es erfolgt der Anbau an die Knöchelhalle in moderner Modulbauweise (wir berichteten). Während sich eine Sanierung inklusive Verbesserung des Brandschutzes auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen soll, käme die Stadt mit einem Anbau finanziell besser weg: Rund eine Million Euro solle er kosten, erklärte Bürgermeister Uwe Steuber.

„Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich einen Anbau an die Knöchelhalle bevorzuge“, sagte Steuber. „Dort können wir Heizung und Wasserversorgung der Sporthalle einbinden, die Kinder können ohne Umwege die Sporthalle nutzen und wir können barrierefrei bauen“, sagte er. Daher hat die Stadt für die Neubauversion finanzielle Unterstützung beantragt. Den Bescheid des Bundes in Höhe von 105000 Euro überreichte gestern Vormittag Landrat Dr. Reinhard Kubat. „In Sachsenberg gibt es bereits fünf Plätze für unter Dreijährige, die Stadt will sieben weitere U3-Plätze schaffen – damit hat sie das Plansoll erfüllt“, sagte Kubat und stellte weitere finanzielle Unterstützung in Aussicht: „Weitere 199000 Euro sind als Zuschuss für das Bauvorhaben in den Etatentwurf des Kreistags für 2015 eingestellt“.

Barrierefreiheit erforderlich

Auch inhaltlich gab der Landrat dem Lichtenfelser Bürgermeister Rückendeckung. So befürwortet er ebenfalls einen Anbau an die Knöchelhalle. „Ich stehe voll zu dem Konzept, Knöchelhalle und Kindergarten zu vereinen. Wenn im Kindergarten weiterhin Integrationskinder betreut werden sollen, dann muss das Gebäude ebenerdig und barrierefrei eingerichtet sein und für die U3-Kinder werden Ruhe- und Wickelraum gebraucht“, betonte er.

Damit sprach er der Leiterin des Kindergartens, Irene Dippel, aus der Seele. Sie dankte „allen, die sich für die Interessen der Kinder eingesetzt haben und weiterhin einsetzen. Wir hoffen, dass wir Räumlichkeiten erhalten, den heutigen Anforderungen der Kindergartenarbeit entsprechen, dass sich die Bedingungen für die pädagogische Arbeit verbessern, die Kinder altersgerecht Platz für das Ausleben ihres Bewegungsdrangs ebenso erhalten wie Rückzugsorte“.

Älteste Kita in Waldeck

Derzeit betreuen vier Fachkräfte 45 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren den Kindergarten in zwei Gruppen, eine weitere Integrativkraft arbeitet 15 Stunden die Woche. Eine Tagesmutter ermöglicht seit einigen Jahren flexible Nachmittagsbetreuung.

Kinderbetreuung hat in Sachsenberg lange Tradition. Bereits 1881 gründete der Frauenverein mit Unterstützung der Fürstin von Waldeck-Pyrmont eine „Kleinkinderschule“ in Sachsenberg – und schuf damit den ersten Kindergarten im Fürstentum Waldeck, erklärte Irene Dippel. Da die Grundschule eine steigende Kinderzahl verzeichne und mehr junge Familien nach Sachsenberg gezogen seien, sei es den Stadtverordneten um so wichtiger, die Bedingungen für die Betreuung der Kinder rasch zu verbessern, erklärte Steuber.

Am Freitag reist eine Delegation – Stadtverordnete, Erzieherinnen, Eltern – nach Osterode/Harz, um sich dort einen Kindergarten anzuschauen, der in Modulbauweise errichtet wurde.

Von Marianne Dämmer

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