400 Besucher folgen Einladung der Uplandgemeinde zur Informationsveranstaltung über Windkraft

Landschaft als wichtiges Kapital erhalten

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Rund 400 Interessenten folgten der Einladung der Gemeinde zur Informationsveranstaltung über Windkraft. Foto: Ulrike Schiefner

Willingen(Upland) - Die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft der Gemeinde und um das Landschaftsbild treibt die Bürger um. Viele Upländer sind sich einig mit Bürgermeister Thomas Trachte: „Es muss etwas geschehen, sonst besteht die Gefahr einer raumordnerischen Fehlentwicklung.“

Schätzungsweise 400 Besucher folgten am Montag der Einladung der Gemeinde zu einer Informationsveranstaltung rund ums Thema „Windkraft im Upland“, darunter zahlreiche Teilnehmer, deren wirtschaftliche Existenz direkt oder indirekt vom Tourismus abhängt, besorgte Einwohner, die aufgrund der geplanten großen Konzentration von Windkraftanlagen eine Zerstörung der Natur befürchten, Kommunalpolitiker, aber auch Gäste aus den benachbarten westfälischen und waldeckischen Städten und Gemeinden.

Der Willinger Verwaltungschef, der sich seit langem intensiv mit der Thematik auseinandersetzt, informierte in der Usselner Schützenhalle über den rechtlichen Hintergrund, die geplanten Windvorranggebiete im Gemeindegebiet und über die umfangreiche Stellungnahme der Gemeinde zum Teilregionalplan Energie Nordhessen (die WLZ berichtete darüber anlässlich der Gemeindevertretersitzung in der vergangenen Woche).

„Belange der Bürger nicht einfach vom Tisch fegen“

„Wenn eine Landschaft technisch überzeichnet wird und ihre Natürlichkeit nicht mehr gegeben ist, bleiben die Gäste aus“, davon ist Thomas Trachte überzeugt. „Eine naturnahe Landschaft ist unabdingbar für Erholung und Aktivtourismus.“ Er bemängelte, dass eine Kulturlandschaft im Riesentempo umgestaltet werden soll. „Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung liegen auf der Hand.“ Seine Forderung: „Man muss sich Zeit lassen, wichtige Details zu beleuchten und darf die Belange der Bürger nicht einfach vom Tisch fegen.“

Die zweite Offenlegung des Teilregionalplan-Entwurfs endet am 15. Mai. Gemeinden und Bürger können sich bis zum 29. Mai durch Abgabe einer Stellungnahme an das Regierungspräsidium am Verfahren beteiligen. Der Willinger Verwaltungschef will darüber hinaus den ganzen Sommer über eine Vielzahl politischer Gespräche führen, um die hohe Konzentration geplanter Windvorrangflächen im Upland möglichst zu verhindern. Insgesamt sind nach seinen Informationen rund 60 Windräder vorgesehen.

„Wir können und wollen das nicht einfach hinnehmen. Es gilt, die Landschaft als wichtiges Kapital zu erhalten und zu verteidigen“, so Hans-Herbert Kesper (Willingen), der wie viele andere Besucher die Linie des Gemeindevorstands und des Parlaments unterstützte.

Anregungen aus der Versammlung

Aus der Versammlung kamen zahlreiche Vorschläge. So regte Horst Kersting (Willingen) an, eine weitere Zusammenkunft durchzuführen für alle Bürger, die sich mit einer Stellungnahme an der Regionalplanung beteiligen wollen. Natalie Rummel (Schwalefeld) sprach sich für die Durchführung medienwirksamer Aktionen aus, um auch überregional auf die Problematik aufmerksam zu machen. Helge Bornemann (Usseln) plädierte dafür, das Angebot des Bürgermeisters wahrzunehmen und sich mit möglichst vielen Unterschriften der gemeindlichen Stellungnahme anzuschließen.

Weitere Anregungen gingen dahin, die Inhaber von Zweitwohnungen zu informieren und zur Stellungnahme anzuregen, Unterschriftenlisten in Beherbergungsbetrieben und Freizeiteinrichtungen auszulegen oder beispielsweise im Gespräch mit der Domanialverwaltung als Eigentümer großer Flächen im Bereich der vorgesehenen Windvorranggebiete zu klären, inwieweit sie auf der Seite der Uplandgemeinde steht.

Von Ulrike Schiefner

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