Korbach

„Lazarus“ in der Nikolaikirche

- Korbach (jk). Korbachs „Kunstmeile“ stimmt auf die Kunstnacht am 17. Juli ein. Zu sehen ist Hochkarätiges.

Die Kunstnacht soll deutlich an Qualität gewinnen, das war die eigene Vorgabe der Korbacher Hanse. Mit Unterstützung von Sponsoren hat es die Kaufmannsgilde wahr gemacht: Ob Schaufenster, Läden oder Gotteshaus, Gemälde oder Installationen – Kunstwerke in unterschiedlichsten Facetten laden zur Entdeckungsreise ein. Mit im Reigen ist Andreas Kopp (50). Der vielseitige Kölner sorgte bereits 1997 und 2000 
für Aufsehen in Korbach, damals mit Ausstellungen in der Galerie „Lifestyle“. Die Kontakte zwischen dem früheren Galeristen Manfred Wolf und Andreas Kopp sind seither nie abgerissen. Wolf, 
der in der Jury für den neuen Korbacher Kunstpreis sitzt, konnte Kopp abermals für Korbach begeistern. In der deutschen Kunstszene 
ist Kopp seit vielen Jahren ein Begriff. 1999 stattete er die „KölnArena“ mit collagierten Stadtlandschaften über vier Etagen aus. In Oberhausen gestaltete er zuletzt eine Kapelle komplett neu samt Osterleuchter und Altar. Eines seiner Bildmotive ist aktuell nominiert für den St.-Leopold-Kunstpreis von Klosterneuburg (Österreich). Doch Kopp lechzt künstle-risch keineswegs nach großstädtischen Galerien und metropolitanem Ruhm. „Ich denke nicht in Peripherie und 
Zentrum“, sagt er bodenstän-dig. Also hat der Kölner neun beeindruckende Werke mit 
nach Korbach gebracht: drei in einem Schuhgeschäft, sechs in der Nikolaikirche. Tiefgründig sind sie, thematisch wie gleichermaßen in der künstlerischen Technik. Kopp nutzt Metallbleche, mal gewalzt, mal verformt. Er bearbeitet sie mit Lack, ritzt bildhafte Motive hinein – und lässt das Kunstwerk mit einer speziellen Tinktur in Rost erstarren. Das alles wird zusätzlich komponiert mit Farbe – oder auch Blattgold. Die mächtige, bildhafte Installation „Lazarus“ steht dafür symbolisch. Die rostige und bedrückende Szenerie wirft den Blick in eine Intensivstation. Zwei Monitore sind bereits schwarz, doch golden leuchten zugleich Zeichen der Hoffnung. Kleinformatiger, aber ebenso tiefgründig sind Engel oder Arche künstlerisch präsent in der Nikolaikirche. Kopp schätzt die Gotteshäuser, denn nichts verknüpft Raum und Zeit als immerwährende Phänomene besser als Kirchen – gibt somit auch der Kunst viel Raum und Zeit.

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