Trotz Sparzwängen soll die Hansestadt erfolgreichen Athleten wieder eine Bühne bieten

Es lebe der Sport

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Mit Musik und Show feierte die Stadt Korbach bis 2013 ihre erfolgreichen Sportler, dann fiel die Sportlerehrung dem Sparprogramm zum Opfer. 2015 könnte eine Neuauflage folgen.Archivfoto: Benseler

Korbach - Die Sportlerehrung in Korbach soll eine Neuauflage erfahren. Bei den Haushaltsberatungen für 2015 gibt es dazu eine Steilvorlage aus dem Parlament.

Bei über 30 Millionen Euro Schulden und einem weiteren Loch von rund vier Millionen Euro im geplanten Etat für 2015 gibt es in der Hansestadt vor Weihnachten keine politischen Geschenke zu verteilen. Somit verliefen die Beratungen der Fraktionen und der Ausschüsse des Parlaments ohne großen Zoff.

Einstimmig gaben der Bauausschuss und der Finanzausschuss diese Woche ihren Segen für den Finanzfahrplan 2015. Und der weicht aktuell nur in wenigen Punkten vom Entwurf ab, den Bürgermeister Klaus Friedrich im November präsentiert hatte.

Dabei zielen die Änderungsanträge der Fraktionen vor allem darauf, möglichst noch mehr Geld einzusparen, Investitionen noch genauer zu hinterfragen oder ganz zu streichen. Das reicht vom Heckenschnitt des Bauhofs bis zu Sachleistungen im Rathaus. An drei markanten Stellen wollen die Fraktionen aber dennoch mit geringen Budgets zusätzliche Akzente setzen: Kultur, Sport sowie Betreuung in Grundschulen.

Kulturell sind Sportlerehrung und Kino die Stichwörter auf dem politischen Parkett. Dem „Konsolidierungsprogramm“ der Hansestadt mit jährlich rund drei Millionen Euro Entlastung war 2013 auch die Sportlerehrung zum Opfer gefallen. Außerdem hatte der private Kinobetreiber in Korbach Ende Juli 2013 sang- und klanglos die Pforte geschlossen. Diese Stacheln schmerzen – in der Bevölkerung, also auch in den politischen Fraktionen.

CDU und FWG versuchten, bei den Etatberatungen eine Flanke zu schlagen, um die Sportlerehrung wieder aufleben zu lassen. FWG-Fraktionschef Kai Schumacher plädierte dabei am Mittwochabend im Finanzausschuss, 3000 Euro neu für eine Sportlerehrung im Haushalt zu verankern. Doch dieser Vorschlag fand nur bei Beate Mehrhoff aus der Fraktion „Pro Korbach“ Zustimmung, alle anderen lehnten ab.

Sportlerehrung beim Altstadt-Kulturfest

Einhellige Unterstützung erhielt derweil ein CDU-Antrag, für den sich Fraktionschef Heinz Merl stark machte: Eine Sportlerehrung möge künftig beim Altstadt-Kulturfest im Sommer eingeplant werden. Damit erhielten die Athleten ein großes Publikum – zum anderen könnten Kosten dafür aus dem bestehenden Kulturetat abgezweigt werden. Dieser Schachzug war denn auch SPD-Sprecher Helmut Schmidt „sympathisch – weil kostenneutral“.

Einen Erfolg landete die FWG derweil mit einem anderen Antrag: 5000 Euro zusätzlich im Haushalt, um „mobiles Kino“ in Korbach zu fördern. Hintergrund: Ähnlich wie im Hochsauerlandkreis soll ein Kinobetreiber mit mobiler Ausrüstung angeheuert werden, um besonders attraktive Filme zu zeigen. Ob Freilichtbühne oder Stadthalle – an verschiedenen Standorten sei mobiles Kino denkbar, erklärte Schumacher. Die Freien Wähler versprechen sich „eine Signalwirkung“, solange noch kein neues Kino in Korbach etabliert ist.

„Das ist für mich nichts Halbes und nichts Ganzes“, wehrte Helmut Schmidt (SPD) den Antrag zunächst ab. Doch Bürgermeister Klaus Friedrich schlug eine Brücke: Das Modell im benachbarten Westfalen laufe gut. Eine Veranstaltung für mobiles Kino koste zwar rund 2000 Euro und könne durch Kartenverkauf kaum gedeckt werden. Aber im Hochsauerlandkreis seien private Sponsoren mit im Boot. So zog auch die SPD mit. FDP-Fraktionschef Arno Wiegand enthielt sich.

SPD und Grüne rückten derweil die betreuenden Grundschulen ins Rampenlicht. Die Stadt soll die Zuschüsse für Betreuungsangebote um 14000 Euro auf insgesamt 90000 Euro anheben – wie im Vorjahr. Denn in Korbach biete inzwischen eine weitere Schule die Betreuung an, begründete SPD-Fraktionschef Henrik Ludwig den gemeinsamen Antrag mit den Grünen.

Geld aufstocken für betreuende Grundschulen

Schulträger ist jedoch der Kreis, und die Bestimmungen kommen vom Land. Somit tat sich die CDU zunächst schwer, mehr Geld aus der Stadtkasse beizusteuern. Doch ein Betreuungsangebot in Eigenregie der Stadt wäre erheblich teurer, räumte CDU-Fraktionschef Merl ein: „So dass wir dem Antrag mit geballten Fäusten zustimmen.“ Auch alle anderen Fraktionen zogen im Finanzausschuss des Parlaments mit.

Endgültig entscheiden muss über die Anträge am 19. Dezember die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung zum Jahresabschluss.

Von Jörg Kleine

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