Gerhard Hartmann zeigt kleine Kunstwerke im Wolfgang-Bonhage-Museum

Das Leben Christi auf Straußeneiern

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Gerhard Hartmann zeigt im Wolfgang-Bonhage-Museum 14 Straußeneier mit Motiven aus dem Leben Christi. Foto: Lutz Benseler

Korbach - Kunst auf Kalk: 14 bemalte Straußeneier mit Motiven aus dem Leben Christi zeigt der Korbacher Gerhard Hartmann (82) in einer kleinen Vitrinenausstellung im Wolfgang-Bonhage-Museum.

Die Verklärung nach Raffael, das Abendmahl nach Michelangelo oder die Abnahme vom Kreuz nach Rembrandt: Meist sind es die Werke großer Meister, die Gerhard Hartmann mit feinem Pinsel und Ölfarbe auf die dünne Schale der etwa 15 Zentimeter großen Eier übertragen hat. Auch der „Christus am Ölberg“ von Johann Heinrich Tischbein dem Älteren aus der Winterkirche von Kloster Haina ist dabei, aber auch zwei unbekannte Künstler. Hartmann ging es weniger um die großen Namen als um die Motive: Insgesamt 14 Szenen aus dem Leben Jesu - von der Geburt bis zur Himmelfahrt - hat er in den vergangenen Jahren auf die fragile Oberfläche gemalt. An einen Zyklus hatte der Autodidakt im Jahr 2000 noch gar nicht gedacht, als er das berühmte letzte Abendmahl auf sein erstes Straußenei bannte. Doch dann folgte jedes Jahr ein weiteres. Das vorerst Letzte entstand in diesem Sommer.

Die Malerei fasziniert Hartmann seit frühester Jugend. Schon in der Schule, erinnert sich der 82-Jährige, hat er seine Lehrer karikiert. Später fuhr er an Wochenenden nach Kassel in Museen und versuchte vom Stil der alten Meister zu lernen. 1981 war er Mitbegründer der Gruppe „Kunst im Upland“. Der Korbacher, der lange Zeit als Revierförster in Rattlar wirkte, konzentriert sich mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen auf das Miniaturformat, vorwiegend Porzellanmalerei.

Die Ausstellung im Wolfgang-Bonhage-Museum ist noch bis in den Januar hinein zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 12 bis 16.30 Uhr.

Von Lutz Benseler

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