Alt und Jung aus zehn Gemeinden feiern gemeinsam im Kloster Flechtdorf

Lebendiges Kirchenfest

Diemelsee - Flechtdorf - In der Kirche kommen Alt und Jung unter einem Dach zusammen: Dieses Miteinander feiern Diemelseer aller Generationen am Sonntag beim Gemeindefest des evangelischen Gesamtverbandes im Kloster Flechtdorf. „Das Fest ist durchgängig gut besucht“, freut sich Pfarrer Ingo Frank.

„Es ist einfach spitze, dass Du da bist“, singen die Adorfer „Kirchenmäuse“ bei ihrem schwungvollen Loblied auf Gott. Ihren Gruß rufen die Mädchen und Jungen des Kinderchores um Jugendarbeiterin Astrid Behle an diesem sonnigen Nachmittag aber zugleich den zahlreichen Zuhörern vor der Bühne zu. Dort, wo einst Benediktinermönche wandelten, haben diese auf Stühlen, alten Kirchenbänken oder einfach im Gras Platz genommen. Die mittelalterlichen Gemäuer der Klosterkirche und der Konventsgebäude bescheren den Besuchern aus den Kirchspielen Adorf, Flechtdorf und Heringhausen eine unverwechselbare Atmosphäre.

Jeder hat seinen Platz

„Im Mittelalter haben verschiedene Generationen im Kloster zusammengelebt“, berichtet Pfarrer Ingo Frank (Flechtdorf) mit Blick auf das Festmotto „Alt und Jung - unter einem Dach“. „Was in der Kirche geschah, hatte ungeheuren Unterhaltungswert“, erläutert Karl Baus bei einer seiner Führungen durch die ehemalige Abtei. Der Historiker und Theologe gehört zum Vorstand des Diemelseer Geschichtsvereins sowie des Kloster-Fördervereins, der an diesem Tag über den Ausbau der Anlage zum Kultur- und Begegnungszentrum informiert.

Wie lebendig und generationsübergreifend Kirche in Diemelsee ist, präsentieren die Mitglieder der zehn Kirchengemeinden eindrucksvoll. „Schon beim Gottesdienst war die Kirche voll und auch der Kindergottesdienst im Gewölbekeller war gut besucht“, freut sich Pfarrerin Claudia Frank. Während ihr Mann und sein Adorfer Kollege Sascha Biehn-Tirre für die Liturgie verantwortlich zeichnen, hält Pfarrer Jörg Schultze (Heringhausen) die Predigt zum Fest(motto). Er vergleicht die Gemeinde mit der Arche Noah. Ein jeder hat seinen Platz und seine Aufgabe auf dem Schiff. Alte und junge Passagiere verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten, die aber erst zusammen ein Ganzes bilden.

Während die Gäste den Gottesdienst unter dem Dach der Kirche feiern und dort auch noch den Auftritten der Diemelseer Kirchenchöre lauschen, zieht es sie anschließend ins Freie. Im Ringhof des Klosters stärken sie sich, bevor das Nachmittagsprogramm für alle Generationen startet.

Aktive Jugendarbeit

Die Bühne gehört zunächst den Posaunenchören aus Sudeck und Flechtdorf. Von der aktiven (kirchlichen) Jugendarbeit zeugen Tänze der Flechtdorfer Turnkinder, der Rhenegger „Tanz-Kids“, der „Singenden Kirchenmäuse“ aus Adorf und der Heringhäuser Kindergartenkinder. „Feiern ist prima, Feiern hält fit, klatscht in die Hände, macht alle mit“, rufen die Mädchen und Jungen um Leiterin Karin Saure den Gästen zu.

Spielen damals und heute

Im benachbarten Alten- und Pflegeheim erinnern der ehemalige Jugendarbeiter Karl Preising und seine Frau Marianne an Volkslieder, Gedichte und Spiele von damals. Kinder und Senioren treten gern mit ihnen die kleine Reise in die Vergangenheit an, denn Spiele von damals sind auch etwas für heute.

Jugendarbeit heute präsentieren Silvia Radke und Astrid Behle mit ihrem Team zum Beispiel beim „Speedstacking“, dem Stapeln von Bechern in Hochgeschwindigkeit, sowie beim Kinderprogramm. Ob hölzerne Boote wie die Arche Noah oder bemalte Papier-Puzzleteile zur Europameisterschaft - Mädchen und Jungen vergnügen sich beim Basteln.

Nicht weniger Spaß haben Familien auf dem Bewegungsparcours des TSV Flechtdorf: An sechs Stationen können (Groß-)Eltern und Kinder zum Beispiel gemeinsam werfen, Seil springen, puzzeln und Punkte sammeln. Zum Festausklang musizieren Alt und Jung beim offenen Singen noch einmal gemeinsam - nicht unter dem Dach der Kirche, aber mit der im Kreis einzigartigen Doppelturmfassade der Klosterkirche im Rücken.

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