Lichtenfels

Leere Waldflächen und Verbiss

- Lichtenfels-Goddelsheim (den). Besuch hatte sich am Dienstag im Lichtenfelser Parlament angesagt: Die Stadtverordneten bekamen einen Überblick über den Waldzustand und Fördermöglichkeiten durch das Leaderprogramm.

Dem Lichtenfelser Wald geht es nicht gut. Erst kamen die Stürme Kyrill, Emma und vor Kurzem Xynthia. Dann machte sich der Borkenkäfer über die zig gefallenen Festmeter her. Hessen-Forst ist bei der Pflege der Bestände im Rückstand. „Ich möchte das offen ansprechen“, gab Forstamtsleiter Eberhard Leicht freimütig zu. Nun gelte es, die neuen Sturmschäden im Wald zu beheben. Leicht gab im Anschluss an die Stadtverordnetenversammlung eine Zwischenbilanz zum Lichtenfelser Wald. Hessen und Rheinland-Pfalz seien durch Xynthia am stärksten betroffen gewesen. „Es war aber bei Weitem nicht so schlimm wie bei Kyrill“, so Leicht. Höchstens 2000 Festmeter seien durch das Sturmtief Ende Februar umgeworfen worden. Zum Vergleich: Orkan Kyrill hinterließ vor drei Jahren 70 000 Festmeter, die das Forstamt bis heute vor Herausforderungen stellen. Allerdings nicht auf die umgeworfenen Laub- und Nadelhölzer bezogen, sondern auf die Windwurfflächen. Kyrill sei inzwischen „bewältigt“. Von den 70 000 Festmetern liegen noch 35 als Reste im Wald, 350 sind noch nicht verkauft, so der Forstwirt. Der Borkenkäfer kommt „Ich habe das Gefühl, dass die freien Flächen schneller wachsen, als wir mit der Aufforstung hinterherkommen“, befürchtete Eckhard Schnatz (CDU). „Und machen wir uns nichts vor: Das Ergebnis der Neupflanzung ist niederschmetternd. Die Kulturen sind bis zu 40 Prozent verbissen“, sprach Schnatz Klartext. Im April, Mai sei wieder die Zeit der Borkenkäfer. „Bis dahin müssen wir das neue Holz aus dem Wald transportiert haben oder geschützt lagern“, warnte der Waldexperte. Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Donnerstag, 18. März 2010.

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