Korbach

K58 Lelbach-Lengefeld „Enteignungsverfahren stellen wir ein“

- Korbach-Lelbach (tk). Für die Schlaglochpiste zwischen Lelbach und Lengefeld soll nach neuen Ausbauvarianten gesucht werden. „Wir hoffen auf eine vernünftige Lösung, fürchten aber auch, dass der jüngste Kreistagsbeschluss nicht das letzte Wort sein könnte.“ Der Lengefelder Landwirt Axel Bitter-Schwalenstöcker hat nach eigenem Bekunden schon so viele Wendungen in der scheinbar unendlichen Geschichte der maroden K 58 erlebt, dass es ihm schwerfällt, an ein gütliches Ende zu glauben. Die Verhandlungen waren zuletzt in dem Zustand, der für die Fahrbahndecke der Kreisstraße 58 seit mehr als vier Jahren nicht mehr gilt: festgefahren.

Er gehört zu den sechs Landwirten, gegen die das Regierungspräsidium (RP) Kassel 2008 im Auftrag des Landkreises ein Enteignungsverfahren eingeleitet hatte. Diese Drohkulisse wird jedoch abgebaut. „Das Verfahren stellen wir ein, die Anträge sind zurückgezogen“, erklärte gestern RP-Sprecher Michael Conrad gegenüber der WLZ-FZ.Im Mai hatte der Kreistag dafür die Grundlage geschaffen. Eine Unterschriftenaktion der Anwohner, an der sich insgesamt rund 800 Unterstützer beteiligten, ein offener Brief der von der Enteignung bedrohten Landwirte und nicht zuletzt ein Ortstermin hatten offenbar zu einem Meinungswechsel bei den Parlamentariern geführt. Der zweite Schritt des Kompromisses sieht vor, die von Schlaglöchern übersäte Verbindungsstraße zwischen den Ortsteilen Lelbach und Lengefeld auf einer Fahrbahnbreite von 4,75 Metern auszubauen und mit einem parallelen Radweg zu versehen. Ursprünglich sahen die Pläne des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Bad Arolsen vor, die Strecke deutlich breiter auszubauen und aufgrund der Lage im Wasserschutzgebiet mit aufwendigen Kanalbauwerken und Leitplanken zu versehen. Diese nach Ansicht vieler Anlieger deutlich überzogene Ausbauvariante war auch der Dreh- und Angelpunkt der langen Auseinandersetzung. Die Landwirte hatten sich geweigert, ihre Grundstücke, zusammen rund 4000 Quadratmeter, für einen Ausbau der Fahrbahn auf 5,50 Meter Breite zu verkaufen.

Mehr in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 28. Juli.

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