Neuntklässler der Louis-Peter-Schule pflanzen im Stadtwald rund 250 Bäume

Lernen auf einer Lichtung

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Waldvermehrer. Die Schüler und Schülerinnen der Louis-Peter-Schule haben durch eine Pflanzaktion den Korbacher Stadtwald mit Eichen und Buchen bereichert. Sie haben rund 250 Bäume auf ihren Lebensweg geschickt.

Korbach-Meineringhausen - Baumschule statt Hauptschule. Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9b der Louis-Peter-Schule (LPS) in Korbach haben gestern statt Mathe oder Deutsch zu pauken im Stadtwald Bäume gepflanzt.

Es riecht nach brennendem Holz und Würstchenbraten im Buchholz, so heißt das Waldstück in der Gemarkung Meineringhausen, das in Richtung Vöhl und Hof Lauterbach führt.

Auch eine Baumschule hat große Pause. Die Jugendlichen sitzen nach getaner Waldarbeit rund um die Feuerstelle und essen ihr selbst gegrilltes Mittagsmenü.

Sie können dabei ihr heutiges Schaffen sehen und anfassen: Rund 250 Bäume haben sie an diesem Montagvormittag mit Schaufeln und Spaten ins Erdreich gesetzt, die Pflanzlöcher waren bereits vorgebohrt. Jedem Baum wurde noch eine sogenannte Fegeschutzhülle aus grünem Kunststoff um den noch dünnen Stamm gelegt. Sie soll die Rinde schützen, wenn Rehböcke ihr Gehörn daran schaben.

Den Schülern gingen bei den Pflanzarbeiten neben ihrem Lehrer Klaus Ziske auch Bernd Jorgen Balkenholl vom Forstamt Diemelstadt und Benjamin Thieme vom Korbacher Bauhof hilfreich zur Hand.

3000 Traubeneichen und 1000 Rotbuchen gepflanzt

Die Aufforstung auf dieser 0,8 Hektar großen Fläche ist damit abgeschlossen. Hier stehen jetzt rund 3000 Traubeneichen und 1000 Rotbuchen.

Die Stadt Korbach hat für diese gemeinsame Pflanzaktion mit der Schule sogar einen Sponsor gefunden. Das Unternehmen Brillen-Fielmann habe für diese Fläche den Buchenanteil mit rund 2300 Euro finanziert, sagte Elena Zimpfer, Leiterin des Geschäfts in Korbach.

Insgesamt koste diese Aufforstung rund 11000 Euro, erklärte Balkenholl. Bürgermeister Klaus Friedrich dankte den Schülern für die Mitarbeit und stockte zur Belohnung die Klassenkasse um 100 Euro auf.

Es ist bereits das dritte Mal, dass sich eine Klasse der Louis-Peter-Schule an solch einer Baumpflanzaktion beteiligt. So haben die Schüler und Schülerinnen ebenfalls in der Gemarkung Meineringhausen (Kesselbusch) dem Wald schon auf die Sprünge geholfen und auch schon in Goldhäuser Wäldern den Baumbestand vermehrt.

Das verstärkte Aufforsten im rund 250 Hektar großen Korbacher Stadtwald wurde notwendig, weil einige schwere Stürme in den vergangenen Jahren, wie etwa Kyrill, Emma oder Xyn­thia, Bäume auf einer Fläche von rund 15 Hektar umgeblasen hatten.

Etwa elf Hektar seien bislang wieder aufgeforstet worden, berichtete Balkenholl, meist mit Laubbäumen, weil sie Stürmen besser widerstehen als Nadelbäume. Er rechne damit, dass alle Sturmschäden in drei bis vier Jahren durch Neuanpflanzungen beseitigt sein werden. Die Fichte, die auf diesen Flächen meistens stand, werde für das Aufforsten aber kaum noch verwendet, erklärt der Forstexperte. Der Grund sei die Klimawandel-Vorhersage, dass für die hiesige Region trockenere Böden prophezeit werden, in denen die Fichte mit ihrem Wasserbedarf nicht mehr gedeihen könne. Deshalb komme als Nadelbaum immer mehr die Douglasie zum Einsatz.

Wer selbst einen Baum pflanze, bekomme auch eine andere Beziehung zum Wald. Diese Worte gab Bürgermeister Friedrich den Jugendlichen mit auf den Heimweg.

Vielleicht kommen sie ja noch mal an diesen Ort zurück, wo sie die rund 1,30 großen Jungbäume ins Leben geschickt haben, vielleicht auch als Erwachsene, als Eltern mit ihren Kindern oder als Großeltern mit ihren Enkeln, aber eines werden sie alle verpassen: die Ernte. Die Eichen sind in rund 250 Jahren so weit.

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