Auf dem Korbacher Friedhof sind Urnenbeisetzungen in Granitstelen und im Friedhain möglich

Letzte Ruhe ohne Efeu und Grabstein

Korbach - Urnenkammern, Friedhain, Grabfelder für anonyme Beisetzungen: Unkonventionelle Bestattungsformen nehmen zu. Dies zeigt sich auch auf dem Korbacher Friedhof.

Die allgemeinen Gestaltungsvorschriften geben die Richtung vor: „Jede Grabstätte ist so zu gestalten und so an die Umgebung anzupassen, dass die Würde und das Aussehen des Friedhofes in seinen einzelnen Teilen und in seiner Gesamtanlage gewahrt werden.“ Pfand­schlösser sichern an den Eingängen die Gießkannen. Und wie die Grabmale zu bepflanzen und zu gestalten sind, ist in städtischen Satzungen sehr genau geregelt. Auch Angaben über Sockelhöhe und verwendete Materialien sind zwingend. Doch Bestattungen, die außerhalb der gängigen Norm liegen, nehmen zu. Dies lässt sich auch auf dem Gelände an der Sachsenberger Landstraße erkennen. Jüngstes Beispiel: Urnenkammern in Form von Steinstelen. 2013 wurde dieses Segment in den Katalog möglicher Bestattungen aufgenommen. Stadtverordnete der Freien Wähler hatten diese Änderung der Friedhofsordnung zuvor angeregt. Im vergangenen Jahr fand die erste Urnenbeisetzung dieser Art statt. Ohne Beet und Abgrenzung fallen die vier zum Teil miteinander verbundenen Säulen am Rand des Kiesweges im jüngeren Teil des Geländes auf. Eine Erweiterung an beiden Seiten des Weges sei vorgesehen, erklärt Bauamtsleiter Stefan Bub­lak. Schon seit Längerem besteht die Möglichkeit, die Asche Verstorbener auf einem Gemeinschaftsurnengrabfeld anonym oder die Urnen unter Bäumen im Friedhain beizusetzen. Solche Bestattungsformen werden häufig deshalb gewählt, weil die Angehörigen immer seltener in der Lage sind, sich um die Pflege eines klassischen Reihengrabes zu kümmern, berichtet Carola Nickel von der Friedhofsverwaltung. Finanzielle Kriterien sind dafür ausschlaggebend. Vor allem aber ist die Entfernung zum Wohnort der Hinterbliebenen gewachsen, die aus beruflichen oder familiären Gründen Korbach verlassen haben. Entsprechend „pflegeleicht“ sollten die Grabmale ausfallen. Am häufigsten seien Urnenbeisetzungen in Rasen- oder Cotoneaster-Reihengräbern. Die Gebühren für das Nutzungsrecht oder die Überlassung einer Grabstätte liegen zwischen 305 (Urnenreihengrab für 25 Jahre) und 1840 Euro (zweistelliges Familiengrab für 40 Jahre). Für die Überlassung einer Urnenkammer einschließlich der Verschlussplatte für 25 Jahre und bis zu drei Urnen sind 1475 Euro zu zahlen.Zuletzt wurden die Friedhofsgebühren im Zuge des städtischen Haushaltskonsolidierungskonzepts im Oktober 2013 erhöht, der Kostendeckungsgrad damit von 60 auf 85 Prozent gesteigert. Von Thomas Kobbe

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