Korbach

Ein Lied für Lengefeld / Bildergalerie

- Korbach-Lengefeld (jk). "Kennt ihr das Dorf, wo das Glück ist zu Haus?" Die Lengefelder haben zur 975-Jahr-Feier sogar ihr eigenes Lied – und laden Gäste aus nah und fern zum Feiern ein. Am Sonntag präsentiert sich das Dorf mit einem "stehenden Festzug" so schön wie nie zuvor.

Als Adolf Schneider mit seinem Projektchor am Freitagabend zur Premiere des "Lengefelder Lieds" ansetzte, da fieberte der ganze Saal in der Wipperberg-Halle. "Dort ist's am schönsten auf dieser Welt", heißt es im Text. Das konnten Hunderte Lengefelder und ihre Gäste an diesem Abend nur unterschreiben. Und der Chor erntete brandenden Applaus. Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich, Landrat Dr. Reinhard Kubat, Stadtverordnetenvorsteherin Lilo Hiller, befreundete Vereine aus Norddeutschland und Thüringen - sie alle gratulierten beim Kommersabend am Freitag zum Jubiläum. Am Dorfeingang aus Richtung Korbach grüßte der stattliche Ritter von Lenkevelde, das 1036 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Längst avanciert der vom deutsch-italienischen Metallbauer Salvatore Barcellona geschaffene Ritter zur neuen Symbolfigur von Lengefeld. Derweil bat Rathauschef Friedrich am Freitagabend zu einer besonderen Ehrung: Minna Becker, Martha Frese und Lieselotte Fischer leben am längsten in Lengefeld; Justus Pagel und Elias Bruno Emde sind die jüngsten Erdenbürger im Korbacher Ortsteil. Genau darin liegt das Geheimnis, das ein Dorf zusammenhält, griff Landrat Kubat die symbolische Geste Friedrichs auf: "Gebt den Alten die Ehre - und den Jungen eine Zukunft." Dann bleibt die Heimat lebenswert. "Heimat", das war auch das Schlüsselwort für Pfarrer Oliver Okun bei der Andacht am Freitag. Als die Glocken der kleinen Kirche um 19 Uhr läutete, da saßen die Lengefelder herausgeputzt versammelt im Freien unter der mächtigen Kastanie, um ihrer Vorfahren am Ehrenmal zu gedenken. Und plötzlich wurde bewusst, warum das Dorf über all die Jahrhunderte bewahrt blieb. Heimat, die lässt sich riechen, fühlen, schmecken, Heimat gibt dem Leben eine Wurzel. Welche Kraft sie entfalten kann, das zeigt sich an diesem Wochenende in alter Frische: "Gerade in den letzten Wochen herrschte ein besonders guter Geist im Dorf", lobte Ortsvorsteher Axel Bitter-Schwalenstöcker das enorme Engagement der Lengefelder. Oberdorf und Unterdorf wuchsen zusammen, neue Freundschaften sind entstanden, von denen das Dorf bis zur 1000-Jahr-Feier und darüber hinaus noch zehren dürfte. Besondere Anerkennung gab es für den Festausschuss um Heiner Fobbe, der die Jubiläumsfeier so glänzend vorbereitet hat. Gleiches gilt für das Team um Anette Pries, das eine herausragende Chronik für Lengefeld erarbeitet hat. Entstanden ist ein umfangreiches Buch in hoher Druckqualität, das noch viele Abnehmer finden sollte. Viel Beifall erntete am Freitagabend ebenso Heinz Merl für seinen Festvortrag. Der stellvertretende Korbacher Parlamentschef und Vorsitzende des Bürgervereins St. Kilian zeichnete ein spannendes und authentisches Bild von 975 Jahren Lengefelder Geschichte. Das i-Tüpfelchen war indes zweifelsohne das "Lengefelder Lied". Ganz bescheiden saß die Autorin und Komponistin Susanne Fröhlich (Göbel) am Freitagabend im Saal, doch hat sie ein Stück von bleibendem Wert für ihre Heimat geschrieben. So gingen die Lengefelder am Samstag beschwingt und fröhlich in ihren "Lengefelder Tag". Bürgermeister, Ortsvorsteher und Heiner Fobbe enthüllten einen Gedenkstein, in der Halle sorgten Theater und Schwank für Unterhaltung. Bei Kaffee und Kuchen genossen die Bewohner und viele gebürtige Lengefelder von außerhalb ein Wiedersehen und Geselligkeit.Am Sonntag lädt Lengefeld zum "stehenden Festzug" ein, der das Korbacher Dorf von seiner besten Seite zeigen wird. Eine gute Gelegenheit für einen Sonntagsausflug zum Ritter von Lenkevelde.

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