SPD fordert gesetzlichen Hundeführerschein

Die Lizenz zum Hundehalten

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Korbach. - Egal ob Bullterrier oder Chihuahua: Geht es nach der SPD in Hessen, soll in Zukunft jeder Hundehalter einen Sachkundenachweis vorweisen können. In Korbach gehen die Meinungen zum Hundeführerschein auseinander.

Mehr Sachkunde für alle Hundehalter – das fordert die SPD in Hessen. Deshalb hat die Partei im Landtag einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Hundeführerschein und Chip-Kennzeichnung bei den Vierbeinern rechtlich vorschreiben soll. Ziel ist es vor allem, mehr Verantwortungsbewusstsein und Kompetenz aufseiten der Hundehalter zu schaffen: Was bedeutet es, einen Hund zu halten? Welches Verhalten ist in kritischen Situationen angebracht? Das Ganze soll unabhängig von der Rasse betrachtet werden, denn jede Rasse könne gefährlich sein, so der Grundtenor.

In Korbach gibt es dazu in den verschiedenen Hundevereinen unterschiedliche Meinungen, Für Simone Niehoff-Ozabrick, Vorsitzende des Vereins „Hunde (Er)leben“ greift der Sachkundenachweis nicht weit genug. In ihren Übungsstunden gehe es vor allem um die Beziehung zwischen Mensch und Hund – und die sei von Mensch zu Mensch und Hund zu Hund unterschiedlich. „Will ich ein Mofa oder ein Auto fahren, gibt es dafür unterschiedliche Führerscheine. Ebenso macht es einen Unterschied, ob ich einen Jagdhund oder einen Mops halte“, erläutert die 50-Jährige ihre Sicht der Dinge.

Jeder Fall müsse einzeln betrachtet werden, ein genereller Hundeführerschein würde über die Sachkunde der Halter nicht viel aussagen. „Wenn ein Mensch sich in Prüfungen an Regeln hält, heißt das nicht, dass er es auch in der Freizeit macht.“ Sie appelliert daher an den Menschenverstand. Simone Niehoff-Ozabrick selbst geht auch zu Hundebesitzern nach Hause, um das Verhalten und das Verhältnis von Hund und Mensch von Grund auf zu beobachten. Die Hundefreundin ist nicht generell gegen einen Sachkundenachweis, doch vom Erfolg des Hundeführerscheins ist sie auch nicht überzeugt.Anders sieht das beim Verein für Gebrauchshunde Korbach (VfG) aus. Dort soll in Zukunft – unabhängig vom Gesetz – die Prüfung zum Hundeführerschein nach den Richtlinien des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeboten werden. „Häufig sind große Hunde besser erzogen als die Kleinen, deswegen ist es sinnvoll, dass jeder Hundehalter den Sachkundenachweis ablegt“, erklärt der VfG-Vorsitzende Gunter Weber. (tt).

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