Korbach

Der Lockruf des Goldes - Zwei Videos

- Korbach Ein unscheinbarer Berg bei Korbach ist eine wahre Schatzkammer: Im Eisenberg schlummern noch immer tonnenschwere Goldreserven. Mit Helm, Stiefeln und Geleucht gehen Besucher aus aller Welt auf Spurensuche in Deutschlands größter historischer Goldlagerstätte.

Sein Name war Bond – James Bond. An jenem denkwürdigen 29. August 1974 kämpfte er ausnahmsweise nicht als Agent 007 gegen das Böse der Welt. Seine Mission führte ihn ins Dorf Goldhausen bei Korbach. Der britische Filmstar Roger Moore war auf Werbetour für seinen neuen Abenteuerfilm „Gold“. Da bot der Eisenberg die passende Kulisse.In Zeiten der Ölkrise war der Eisenberg wieder in aller Munde. Ein Rauschen ging durch den Blätterwald: „Gold!“ Zu Beginn der 70er-Jahre schnellte der Preis fürs Edelmetall so steil in die Höhe, dass selbst südafrikanische und amerikanische Unternehmen reges Interesse für den Eisenberg zeigten, wie 20 Jahre später die betagte Gisela Rauschenbusch verriet. Ihr Vater Carl Theodor Rauschenbusch hatte dem Eisenberg sein ganzes Lebenswerk gewidmet. Rauschenbusch erwarb 1918, gegen Ende des Ersten Weltkriegs, die Bergrechte für die Goldlagerstätte im Waldecker Land. 1923 gründete er die „Gewerkschaft Waldecker Eisenberg“. 1930 stieg sogar der damalige Preussag-Konzern ins Abenteuer am Eisenberg ein – aber ebenso schnell wieder aus: Weltwirtschaftskrise und Fehlplanungen gingen Hand in Hand. Vier Jahre nach Rauschenbuschs Tod 1970 und einige Monate vor der Stippvisite Roger Moores stieg der Geologe Dr. Jens Kulick im Auftrag des geologischen Landesamts Hessen in die Tiefen des Eisenbergs hinab. Kulick stieß auf ein weitverzweigtes, kilometerlanges Netz aus Stollen und Schächten – aber auch auf die verschütteten Ruinen einer mittelalterlichen Burg, deren Mauern er später freilegte. Seit 2004 ziehtder Eisenberg wieder Scharen in seinen Bann. Der Verein „Historischer Goldbergbau Eisenberg“ erwarb von den Nachfahren Rauschenbuschs die Bergrechte und eröffnete einen Besucherstollen. Gäste hören von 20 Kilometern Such- und Abbaustrecken, die den Eisenberg wie einen Schweizer Käse durchlöchern, sehen mit glänzenden Augen goldhaltiges Gestein in den Vitrinen am Zechenhaus, gehen mit Helm, Stiefeln und Geleucht auf einzigartige Entdeckungstour. Doch nicht nur der Eisenberg, sondern auch die Korbacher Spalte ist ein Anzeihungspunkt für Wissenschaftler und Besucher. Von Jörg Kleine Ausführliche Reportage im Wochenenmagazin der WLZ-FZ vom 9. Oktober 2010,

Wir haben zwei Videos zu diesem Thema produziert:

Zum Eisenberg geht es hier entlang:

Zur Korbacher Spalte geht es hier entlang:

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