Korbach

Lohnsteuerkarte von 2010 bleibt gültig

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- Korbach (gl). Seit September 2010 ist Luise Hölscher Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium. Sie war am Mittwoch auf Antrittsbesuch im Korbacher Finanzamt – und beantwortete Fragen zur verspäteten Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte.

Eigentlich war das Thema von Hölschers Besuch in Korbach das Demografieprojekt des Finanzamtes. Doch seit am Dienstag auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums die Mitteilung auftauchte, dass die elektronische Lohnsteuerkarte aus technischen Gründen noch nicht Anfang 2012 kommt (WLZ-FZ berichteten), stehen in den Amtsstuben die Telefone offenbar nicht mehr still. Das jedenfalls berichteten die Beamten, die Hölscher in Korbach begrüßten und zugleich wissen wollten, wie sie mit den Nachfragen von Arbeitnehmern, -gebern und Rentnern umgehen sollen.

„Die Kommunikation des Finanzministeriums war schlecht“, ärgerte sich Hölscher, die seit September 2010 für den hessischen Finanzminister Thomas Schäfer arbeitet. Zuvor hatte sie eine Professur für „Accounting & Taxation“ an der Frankfurt School of Finance and Management inne. Sie zeigte Verständnis für die Finanzbeamten, die an vorderster Stelle mit den verunsicherten Nachfragen der Bürger umgehen müssen. Faktisch, erklärte sie dann, würde vorerst alles beim Alten bleiben:

Die Lohnsteuerkarte des Jahres 2010, die auch in diesem Jahr ihre Gültigkeit noch nicht verloren hat, soll auch 2012 bis zur Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte gelten. Wem falsche Daten zugestellt worden sind, der solle diese rasch im Amt korrigieren lassen. Veränderungen, etwa beim Familienstand oder bei Pendelstrecken, sind an das Amt zu melden, die Mitarbeiter dort leiten die neuen Informationen dann an den Arbeitgeber weiter. Zugleich machte sich Hölscher dafür stark, bei der Software nicht voreilig auf eine Freischaltung zu drängen: „Wenn das scharf gestellt wird, dann in der endgültigen Fassung“, sagte sie. Nach einem Jahr mit einem Provisorium seien einige Wochen mehr nicht problematisch – schlimmer wäre es, eine fehlerhafte Software einzusetzen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 3. November

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