Korbacher erinnern am Volkstrauertag an Opfer von Krieg und Gewalt · Kranzniederlegungen in Ortsteil

Mahnung zu Frieden und Versöhnung

Volkstrauertag am Korbacher Ehrenmal: Lieselotte Hiller und Gudrun Limperg von der Stadt legen mit Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes und einer Abordnung des Kreisverbindungskommandos Kränze nieder. Fotos: Theresa Demski

Korbach - Mit Gedenkfeiern haben die Menschen im Landkreis an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft erinnert. Der Volkstrauertag dürfe nicht zum starren Ritual werden, mahnten die Redner, im Sinne des Friedens müsse die Erinnerung lebendig bleiben.

Als die Trompetenklänge über die Gräber schweben, da fällt das Erinnern leicht. Für die einen ist es eine lebendige Erinnerung an den Verlust von Freunden, Brüdern und Vätern, für andere ist es die Erinnerung an Krieg, Gewalt und Leid in der ganzen Welt. „Frieden haben wir noch lange nicht“, betont Korbachs Stadtverordnetenvorsteherin Lieselotte Hiller bei der Gedenkfeier auf dem Korbacher Ehrenfriedhof am Sonntagmittag und erinnert an die unzähligen Menschen, die auch heute unter Gewalt und Krieg leiden.

Gleichzeitig betont sie die Wichtigkeit des Gedenktages: „Wenn niemand mehr an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft denkt, dann können uns ihre Stimmen nicht mehr zu mehr Menschlichkeit, zu Frieden und Gerechtigkeit aufrufen.“ Auch Pfarrer Gisbert Wisse mahnt, der Volkstrauertag dürfe nicht zum starren Ritual verkommen. „Wir dürfen die vielen Toten nicht vergessen“, sagt er, „denn ihr Opfer hat zur Aussöhnung und zum Frieden in Europa geführt.“ Und doch: Eigentlich müssten sich Deutsche bis heute schämen, dass in einem Land, das sich seiner Kultur rühme, etwas Recht war, das zutiefst Unrecht bleibe.

Die Erinnerung daran mahne die Menschen heute zum Frieden, zu Versöhnung, Toleranz und Gerechtigkeit. „Wir müssen den Krieg bekriegen“, sagt Wisse, „er darf nicht als Mittel der Politik verstanden werden.“ Diesen Appell richtet er auch an die Jugendlichen. Der Friede sei eine ständige Aufgabe. „Wir müssen ihn bauen, das sind wir Gott, den Menschen, unseren Kindern und den Toten schuldig“, betont er.

Schüler der Louis-Peter-Schule gestalten die Gedenkfeier mit und nehmen die Vertreter von Stadt, Bundeswehr, Feuerwehr und Rotem Kreuz gedanklich mit in eine Todeszelle im Dritten Reich und in eine Diskussion um Widerstand und Anstand. „Wir müssen jeden Preis bezahlen, um anständig zu bleiben“, stellen die Jugendlichen fest. Der Posaunenchor untermalt die Gedenkfeier musikalisch.

Unterdessen wird auch in Frankenberg der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Landrat Dr. Reinhard Kubat nimmt dort als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Landkreis teil. Von Theresa Demski

Kommentare