Korbach

Markenplagiate wandern in den Müll

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- Korbach (den). Einen ganz besonderen Einsatz hatten die Helfer des Technischen Hilfswerkes am Samstag: In den Werkshallen zerstörten sie mehr als 150 Kettensägen und Aggregate – auf Bitten der Polizei.

Ein fest gezogenes Schräubchen hier, eine klemmende Abdeckung dort: Mit ganz eigenen Problemen hatten 23 THW-ler zu kämpfen. Plagiate waren bundesweit in den Schlagzeilen gewesen – nun standen dreist kopierte Motorsägen und Stromerzeuger direkt vor ihnen, um nach der fachmännischen Zerlegung auf den Schrott zu wandern.

Die Kriminalpolizei hatte im Juni 2010 ein Bande von irischen Landfahrern dingfest gemacht. Diese hatten versuchte, chinesische Kopien von Markengeräten, die hiesige Sicherheitsstandards nur auf dem (gefälschten) Papier kennen, unters Volk zu bringen. Doch die Landwirte in der Region ließen sich nicht vorführen und informierten die Polizei.

Nichts an den Geräten, die im Einkauf 50, im Verkauf bis zu 750 Euro kosten, ist original, geschweige denn sicher. Die Kabel: zu geringer Querschnitt. Der Kunststoff: zu hart. Die Sicherung: löst nicht aus. Die Kette: kann vom Schwert springen und den Benutzer schwer verletzen. Also nahmen die Mitglieder der Jugendgruppe und erfahrene Einsatzkräfte Akkuschrauber und Bolzenschneider in die Hand und zerlegten die falschen Stiehl- und Yamaha-Geräte in ihre Einzelteile. Zylinder einschlagen.

„Die Aggregate sind ganz schön hartnäckig“, berichteten Leon, Kevin, Tobias und Pascal. Einfacher hatten es Christian, Lisa, Sarah und Laura: Sie gingen den Kettensägen an den minderwertigen Spritzgusskörper, sorgten für zerschnittene Ketten und eingeschlagene Zylinder, damit kein einziges Teil noch mal verwendet werden kann. Im hinteren Bereich trennten 15 weitere Helfer Metall, Plastik und Flüssigkeiten voneinander. Für Profi Jörg Lühmann aus Adorf, der als Sachverständiger eingeschaltet worden war, war die minderwertige Ware an Verarbeitung, Gewicht, Haptik klar zu erkennen.

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