Gute Zwischenbilanz in Museum und Bücherei nach Sparpaket der Stadt

Marktplätze der Kultur

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Besucher gibt es im Museum auch montags – nach Voranmeldung. Gestern stand das Museum bei Gymnasiasten der Alten Landesschule hoch im Kurs. Geschichtslehrer Jochen Bergmann ist mit Schülern der 7. bis 9. Klasse im Rahmen der ALS-Projektwoche zu Gast. „Korbach kreativ – Geschichte und Geschichten“ heißt das Thema. Die Pennäler rücken dazu Häuser der Altstadt in den Blick.Fotos: Kleine

Korbach - Museum und Stadtbücherei haben mit dem Sparkurs der Hansestadt nicht an Attraktivität verloren. Der Zuspruch der Besucher ist unverändert.

Knappe Kassen, mehr Aufgaben, wachsende Schulden – das ist der kommunale Triathlon, den Städte und Gemeinden seit Jahren bestehen müssen. Die Hansestadt brachte voriges Jahr deshalb ein weiteres Programm zur „Haushaltskonsolidierung“ auf den Weg. Das bedeutete ab 2014 Steuererhöhungen (Gewerbesteuer, Grundsteuer), zugleich Einschnitte bei manchen Dienstleistungen und Fördergeldern.

Kulturelle Angebote blieben nicht verschont. So veränderte die Stadt bei Museum und Bücherei etwa die Öffnungszeiten und reduzierte die Personalkosten. Unterm Strich ging es um rund 8000 Euro Einsparungen beim Museum und eine halbe Personalstelle bei der Bücherei.

Eine Zwischenbilanz forderte Grünen-Sprecher Dr. Manfred Dönitz zuletzt im Stadtparlament. Er verwies auf das Gespräch mit einer Mitarbeiterin, die schwierigere Arbeitszeiten und mehr Wochenendeinsätze geschildert habe.

Und wie steht es überhaupt um die Resonanz der Besucher bei reduzierten Öffnungszeiten? Dies wollte Dönitz wissen. Devise: Mit den Querelen ums Hallenbad liegt eine wichtige zentrale Einrichtung seit 2010 brach – deshalb sollten nicht auch noch andere zentrale kulturelle Einrichtungen leiden.

Kulturamtsleiterin Ute Jennemann gab aus Sicht der Stadtverwaltung derweil Entwarnung. Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre verzeichne das Museum sogar ein Plus von sieben Prozent im ersten Halbjahr 2014.

Guter Zuspruchbei Besuchern

Sollte ein Besucher einmal morgens früher an der Pforte stehen, dann „reagieren die Kollegen sehr serviceorientiert“, betonte Jennemann: Besucher von außerhalb, die noch die alten Öffnungszeiten im Kopf hätten, würden in der Anlaufphase auch mal früher hineingelassen.

Die Resonanz bei der Stadtbücherei sei auf Vorjahresniveau, erklärte Ute Jennemann. „Auch bei den Ausleihungen liegen wir sehr gut im Schnitt.“ Im Übrigen seien die personellen Veränderungen mit dem Personalrat abgestimmt worden.

Markante Einschnitte für Besucher gibt es ohnehin nicht. Beim Museum wurde die Öffnungszeit (Dienstag bis Sonntag) um eine Stunde reduziert. Früher öffnete das Museum um 11 Uhr, heute um 12 Uhr.

Bei der Stadtbücherei sind die Öffnungszeiten vereinheitlicht worden – und über die Woche sogar ausgedehnter. Früher gab es zwischen Dienstag und Freitag wechselnde Öffnungszeiten ab 10 Uhr samt Mittagspausen. 2014 hat das Museum auf durchgehende Öffnung von 11 bis 18 Uhr umgestellt. Im gleichen Zuge sind aber die Öffnungen (10 bis 12 Uhr) an jedem zweiten und vierten Samstag weggefallen.

Öffnungszeiten und Ausleihen

Resonanz in nackten Zahlen: Das Museum registrierte im ersten Halbjahr 2014 genau 6717 Besucher. Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre waren es knapp 6300 – und 2011 waren es nur 5360. Somit sind erhebliche Schwankungen zu berücksichtigen, die vom Wetter, aber vor allem von den Ausstellungen abhängen. Im Jahr der großen „Eiszeit“-Ausstellung verzeichnete das Museum rund 40000 Besucher, es gibt aber auch Jahre mit weniger als 12000 Besuchern.

Die Stadtbücherei verbuchte im ersten Halbjahr rund 44000 Ausleihen, im gesamten Jahr 2013 waren es rund 90000. Damit liegt die Bücherei im Schnitt. Die Öffnungszeiten wurden von früher 25 auf 28 Stunden pro Woche ausgeweitet. Beschäftigt sind in der Bücherei vier Personen, die sich auf knapp drei Vollzeitstellen verteilen.

Von Jörg Kleine

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