Festzug am Sonntag zum Korbacher Freischießen

Mehr als 1000 Schützen und sieben Musikgruppen ziehen trotz kräftigen Regens durch Korbach

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Korbach. Ein "schöner, farbenprächtiger Festzug"  durch die Altstadt mit mehr als 1000 Beteiligten sollte es am Sonntag Mittag werden, doch kurz vor dem Abmarsch brach starker Regen aus.

Festzug zum Korbacher Freischießen

Eine Weile hatten die Verantwortlichen noch gewartet, doch die Regenwolken hingen düster über der Hansestadt. So entschlossen sie sich, von der Hauer direkt zur Enser Straße zu ziehen. Tapfer marschierten die Gruppen los, einige mit Schirmen oder Regencaps.

Freischießen Korbach: Festzug am Sonntag

Starke Abordnungen stellten alle Mitglieder der der „Historischen Schützengemeinschaft Waldeck“: die Schützengilden und -gesellschaften aus Mengeringhausen, Mühlhausen, Twiste, Landau, Lütersheim, Berndorf, Freienhagen und Rhoden. Auch befreundete Vereine nahmen teil: die Schützengesellschaften aus Flechtdorf und Usseln, die Schützenvereine aus Gildehaus, Böhmighausen, Goddelsheim sowie „Ittertal“, die Medebacher Schützenbrüder „Sankt Sebastianus“ und die Kyffhäuser-Schützen aus Neerdar.  Auch alle Formationen der Korbacher Gilde marschierten mit, ihre Könige fuhren in Kutschen.

Viele Formationen trugen ihre historischen Uniformen, Kanoniere führten ihre Geschütze mit. Die Könige der Gastvereine präsentierten die silbernen Ketten mit den Kleinoden, die Königinnen trugen prächtige Roben – und allesamt einen Regenschirm. S

ieben Musikgruppen Für Marschmusik sorgten die Frankenberger Stadtkapelle, der Höringhäuser Spielmannszug, die Epper „Aartalmusikanten“, der Fanfarenzug der Mengeringhäuser Schützengesellschaft, der Musikverein aus Rhena, der Musikzug aus Medebach und das niederländische Vaassens Fanfare-Corps, das schon am Freitag Nachmittag „im Loch“ ein Platzkonzert gegeben hatte.

Als Ehrengäste marschierten der stellvertretende Korbacher Parlamentschef Heinz Merl, der Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon und der Landtagsabgeordnete Armin Schwarz mit.

Statt sich auf dem „Paradeplatz“ auf dem Hof der Westwall zu versammeln, zogen die Gruppen direkt ins Festzelt ein, wo drei der Kapellen nochmals aufspielten. Die Königspaaare nahmen vor der Bühne Aufstellung.

„So ein strahlend schöner Sommertag“, rief der durchnässte Ehrenoberst Manfred Schatz im Festzelt ironisch – „machen wir das Beste draus, wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen.“ Er beschwor den „Schützengeist“ mit Kameradschaft und Geselligkeit und rief die Gäste auf, es Petrus zu zeigen und trotz des Regens und des Windes zu feiern. „Vergessen Sie das Wetter, wir trotzen dem.“ Und hinterher seien die Gäste im Zelt wenigstens „von innen nass“.

Der Regen werde am Montag noch ein Nachspiel im Magistrat haben, kündigte Heinz Merl ironisch an – denn nach seiner Theorie trage die „laufende Verwaltung“ die Verantwortung fürs Wetter.

 „Lasst uns ein anständiges Freischießen feiern,“ rief der Vorsitzende der Schützengemeinschaft, Gerhard Drunk, der „großen Schützenfamilie“ zu.

 „Ich gratuliere zu diesem Wetter“, sagte der Schutzherr der Schützengemeinschaft, Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont – und fügte schmunzelnd hinzu: „denn es ist sehr gut für die Landwirte“. Er gratulierte dem neuen Korbacher König Frank Müller und dankte dem alten Karsten Balk für dessen Engagement, das auch so bleiben werde. Auch sein Sohn Prinz Carl Anton war wieder mit dabei.

So feierten die Schützen und die übrigen Gäste bis zum Abend. Auch da müsse niemand durch den Regen nach Hause, um sich das erste EM-Spiel der deutschen Nationalelf anzusehen, erklärte Schatz: Es wurde auch auf der Leinwand im Zelt übertragen.

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