Korbach

Mehr Fundament fürs Stadttor

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- Korbach (jk). Mit dem neuen Aufbau eines historischen Stadttors hat sich die Schützengilde ein weiteres Paradeprojekt zum Ziel gesetzt. Für zwei neue Stützpfeiler fehlt bislang aber fester Baugrund.

Rund 90 Tonnen schwer, 40 000 Euro allein an Materialkosten – das sind die Eckdaten für den Wiederaufbau des Enser Tors. Ab 1831 hatten Korbachs Stadtväter die alten Tore abgebrochen wegen zunehmenden „Güterverkehrs“: Immer mehr Fuhrwerke blieben im 19. Jahrhundert in den Toren stecken. So gebot die fürstlich-waldeckische Regierung in Arrolsen, dem „gerügten Gebrechen abzuhelfen“.

1845 befanden Korbachs Stadtväter auch das Enser Tor für baufällig, doch blieb ein Rest stehen. Um dieses Relikt der Nachwelt zu bewahren, erwarb der Kaufmann Friedrich Wilhelm Müller 1858 die Reste – die bis heute erhalten sind. Die Schützengilde 1377 möchte mehr: Der Turm und die verbliebenen Pfeiler sollen in historischer Anlehnung wieder einen Überbau erhalten. Karl Theile, Jürgen Weige und Krl-Heinz Welteke gaben den Impuls, die Stadt Korbach unterstützt das Projekt (wir berichteten). Kabel und weicher Boden Nach drei Jahren mit Vorplanungen und Gesprächen, auch mit dem Denkmalschutz, legte die Schützengilde Ende April mit dem ersten Spatenstich los. Bis 14. Mai sollten Fundament und zwei neue Stützpfeiler aus Stahlbeton errichtet sein.Vorige Woche ergaben sich jedoch Schwierigkeiten: Selbst bei 3,80 Meter Tiefe war noch kein fester Baugrund zu spüren. Hinzu kommen viele Leitungen von Telekom und EWF, die am Enser Tor verlaufen.

„Wir müssen nun den Baugrund weiter untersuchen und Bohrungen durchführen“, erklärt Jürgen Weige, Baufachmann und Mitglied der Schützengilde. Derzeit läuft eine Ausschreibung, um möglichst schnell eine Fachfirma damit zu beauftragen, bestätigt Dieter Vogel vom Korbacher Bauamt. Die Vollsperrung am Enser Tor bleibt also vermutlich zwei Wochen länger, als ursprünglich vorgesehen. Denn zum kommenden Wochenende sollte der Verkehr ursprünglich schon wieder fließen.

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