Hallenbad: Akten, Schriftverkehr und Gutachten sind wichtig, aber kosten Zeit

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Hallenbad bei Nacht: Badegäste werden sich noch bis Anfang 2013 gedulden müssen. Foto: Kleine

Korbach - Wie lange dauert‘s noch, und wie viel wird es kosten? Das sind die großen Fragen zum vorerst stillgelegten Korbacher Hallenbadbau. Ziel auf politischer Bühne im Parlament: Mängel so schnell wie möglich beseitigen.

„Das muss ein langer Sommer werden“, meinteein Beobachter augenzwinkernd. Am Dienstagabend im Rathaus ging es bei einer Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses abermals um Korbachs derzeit größtes öffentliches Bauprojekt: das Hallenbad, das trotz gründlicher Sanierung und Umbau schon seit fünf Monaten verwaist ist. Und die Neueröffnung wird vermutlich noch bis Anfang 2013 auf sich warten lassen.

Mit Spannung erwarteten die politischen Fraktionen zunächst die Ergebnisse dreier Gutachten - Fliesen, Edelstahl, Versorgungstechnik (wir berichteten). Und die Fraktionen bohrten nach, denn nichts ist schlimmer als ein lebloses Großprojekt, das den Bade- und Saunagästen doch ein neues Wohlfühlerlebnis versprach. Zumal es die Bürger ja auch bezahlen müssen.

Dabei lief die bislang mit viel Emotion beladene Debatte indes sehr sachlich. Dazu trugen auch die Gutachter bei. Drei, vier Wochen Aufwand zur Nachbesserung bei den Fliesen, verhieß Experte Hans-Achim Grahmann (Meiningen). „Die Maßnahmen sind relativ simpel“, resümierte zudem der Düsseldorfer Stahl-Gutachter Werner Kallenberger: Bei fachgerechter Ausführung sei der Aufwand „überschaubar“. Dennoch steckt die lange Liste an Mängeln bei unterschiedlichsten Gewerken deutlich in den Knochen.

Frage der Gewährleistung

Was wird das alles kosten, um die Mängel zu beseitigen? So heißt die bange Frage, die SPD-Sprecher Helmut Schmidt ein ums andere Mal im Ausschuss stellte. Die Gutachter hüllten sich dazu jedoch in Schweigen - zumal sie auf Nachbohren von Dr. Peter Koswig (Grüne) eines immer wieder unterstrichen: Mängelbeseitigung sei eine Frage der Gewährleistung - und die gehe zulasten des Planers oder der beauftragten Firmen. Also keine Zusatzkosten für die Stadt.

Timo Lockemann, Patricia Kubat (CDU), Arno Wiegand (FDP) und Franz Ricke (FWG) rückten andere Fragen in den Blickpunkt: Warum dauern die ganzen Nachforschungen und Gutachten zum Hallenbad so lange? Und hat das lange Abwarten seit der Schließung am 12. April womöglich die Schäden sogar vergrößert - insbesondere die Korrosion am Edelstahl?

Kallenberger antwortete salomonisch: „Das ist trivial: Je früher man saniert, desto weniger passiert.“

Genau hier wird ein Dilemmabeim Hallenbad besonders deutlich: Technisch ließen sich die Mängel vermutlich viel schneller beheben - rechtlich aber braucht es ausführliche Dokumentationen und Gutachten, um Gewährleistung und Regress geltend zu machen. Sonst könnte es am Ende für die Stadt doch teurer werden.

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