Musikalische Reise mit „Salut Salon“ · Damenquartett mit routinierter Vorstellung

Mehr Oberflächenglanz als Brillanz

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- Korbach (ahi). Zum zweiten Mal zündeten „Salut Salon“ ein musikalisches Feuerwerk in der Stadthalle. Doch nicht alles, was glänzte, war auch brillant.

Mit virtuosen Arrangements und flotten Sprüche haben sich „Salut Salon“ zum erfolgreichen deutschen Export in Sachen Klassik entwickelt und im Vorjahr mit ihrer von überschäumenden Spielwitz geprägten Show „Um alles in der Welt“ auch viele Korbacher in ihren Bann gezogen. Als prominenter Fan des Crossover-Quartetts bekam dieses Mal Bürgermeister Klaus Friedrich einen „Gastauftritt“ im neuen Programm „Ein Haifisch im Aquarium“, in dem sich das Stadtoberhaupt als Anführer der Initiative „Pro Hai“ dafür einsetzte, dass der Raubfisch das zu kleine Aquarium verlassen durfte und über den Edersee den Weg in seine „Hai-Mat“ antreten konnte.

Musikalisch zeigte der Hai schon bei den ersten Takten seine Zähne: mit ein paar heftig gesägten Takten von John Williams „Jaws“ (Der weiße Hai), ehe Erlösung in Form des schwebenden Themas von „Das Boot“ nahte. Allerdings konnte man das zweite Motiv auch als „ins Netz gegangen“ interpretieren: Denn das „Aquarium“ von Camille Saint-Saëns geriet zum nächsten Kapitel der Saga um den bissigen Helden, der sich als „Immobilien-Hai“ neu erfinden will, wenn er denn erst einmal das allzu enge Glas gesprengt hat. Bei Astor Piazollas intensivem „Escualo“ (Hai) gönnte das Quartett nicht nur dem Biest reichlich Leine, die vier Damen spielten ihrerseits auch entfesselt zum Höhepunkt des Abends auf. Piazolla war nicht nur ein Meister am Bandoneon, sondern auch begeisterter Hochseeangler, der immer wieder gern den Kampf mit dem Hai aufnahm. Der Versuch von Marionette Oskar, es am Piano dem Meister gleich zu tun, endete allerdings bei Schuberts vergleichsweise zahmer Forelle.

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