Bauleitplanung für Biogasanlage an der Briloner Landstraße nötig · Ausschüsse geben grünes Licht

Mehr Strom aus Maissilage und Gülle

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In der Biogasanlage an der Briloner Landstraße werden Strom und Wärme aus Maissilage, Stallmist und Gülle erzeugt. Weil die Betreiber die Leistung erhöhen wollen, müssen die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen verändert werden.

Korbach-Lelbach - Mehr Strom aus nachwachsenden Rohstoffen wollen die Betreiber der „SBW Biogas Lelbach“ GmbH erzeugen und ins öffentliche Netz einspeisen. Eine räumliche Erweiterung der Anlage am Standort Briloner Landstraße ist damit laut Stadt aber nicht verbunden.

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen und „gewisse Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen“, wie es in der Magistratsvorlage heißt, ist es nötig, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. In beiden Ausschüssen des Stadtparlaments votierten die Mitglieder einstimmig dafür, die planungsrechtlichen Verfahren einzuleiten. Die Stadtverordnetenversammlung beschließt in öffentlicher Sitzung am Donnerstag, 13. Februar, (19 Uhr, Rathaus-Sitzungssaal) endgültig darüber.

2005 wurde die Anlage von drei ortsansässigen Landwirten, einem Tochterunternehmen des Maschinenrings sowie den Kreisbauernverbänden Waldeck und Frankenberg gegründet und als privilegiertes Vorhaben im Außenbereich errichtet. Weil bislang die installierte elektrische Leistung unter der Schwelle von 0,5 Megawatt (jetzt maximal 2,3 Millionen Normkubikmeter Biogas pro Jahr) lag, wurde sie seinerzeit vom Regierungspräsidium genehmigt. Als gesetzliche Grundlagen dienten damals das Baugesetzbuch sowie das Bundes-Immissionsschutzgesetz und weitere umweltrechtliche Verordnungen.

Kraftwerke und Nachgärer

Diese Privilegierung entfalle mit einer Leistungserhöhung, erläuterte im Bauausschuss der beauftragte Planer Detlef Schmidt (Grebenstein). Er versicherte zudem, es werde zu keiner räumlichen Ausdehnung des Anlagen-Standorts kommen. Die Absicht der Betreiber sei es, die „Leistung der Biogasanlage insgesamt zu erhöhen“.

Seit 2006 wird die Anlage mit dem Ziel betrieben, aus Maissilage, Stallmist und Gülle Strom und Wärme zu erzeugen. Ein zusätzlicher Nachgärer wurde errichtet, um die Verweildauer zu erhöhen und die Futterausbeute zu verbessern. Die beiden Blockheizkraftwerke haben eine elektrische Leistung von jeweils 250 Kilowattstunden (kWh). Ein weiteres Blockheizkraftwerk mit 550 kWh ist vorhanden und wird bei Wartungsarbeiten oder Störungen als Gasfackelersatz eingesetzt, erklärte der Planer im Umweltbericht.

Wie Bürgermeister Klaus Friedrich betonte, handele es sich um einen formalen Akt der Bauleitplanung, um mehr Strom erzeugen zu können. Im weiteren Verfahren werden nun die sogenannten Träger öffentlicher Belange wie Behörden, Versorgungsunternehmen und Verbände beteiligt, sollten die Stadtverordneten mehrheitlich zustimmen. Außerdem werden in diesem Zuge auch die Pläne öffentlich ausgelegt.

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