Korbach fest in der Hand von Gauklern und Rittern

Zigtausende Besucher beim Mittelalterlichen Markt

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Mittelalter-Fans: Jacqueline Krämer aus Korbach und ihr Freund Manuel Bald gerne mit Schwert, Kopftuch und historischem Gewand.

In Zelten und Buden hatten die mittelalterlichen Gestalten Quartier bezogen. Vom Bahnhof bis hinauf zum historischen Rathaus sorgten am Samstag und Sonntag Gaukler, Ritter oder Handwerker für Unterhaltung. Viele Tausend Besucher strömten am Wochenende zum Mittelalterlichen Markt. 

Korbach. Dass ihr Freund Manuel Bald gerne mit Schwert, Kopftuch und historischem Gewand auf mittelalterlichen Märkten unterwegs ist, hat Jacqueline Krämer aus Korbach nie etwas ausgemacht. Ganz im Gegenteil. In diesem Jahr ließ sie sich sogar mit dem Virus infizieren und besuchte das Spektakel in der Hansestadt ebenfalls in mittelalterlichem Outfit. 

Damit gehörte sie zu den mehreren Tausend Besuchern, die sich – ob verkleidet oder nicht – am Samstag und Sonntag in der Korbacher Innenstadt tummelten. „Ich finde es klasse, dass ihr das Eintauchen ins Mittelalter auch so gut gefällt wie mir. Ich habe sie auch gerne für den Markt eingekleidet“, berichtete der aus Erndtebrück stammende Manuel Bald, der nicht nur das Wiedersehen mit seiner Freundin, sondern auch den Mittelalterlichen Markt sehr genoss. „Es macht Spaß, hier zu sein“, betonte der 25-Jährige, der sich schon als Jugendlicher für die Runenkunde und damit für die alten Schriftzeichen der Germanen interessierte. 

Alte Handwerkskunst lebt auf

Für die Besucher, Gruppen und Händler hätte es am Wochenende nicht besser sein können. Bis auf einen kurzen Regenschauer am Samstagmittag hielt das Wetter. Schon am ersten Markttag waren viele Menschen in der Stadt unterwegs. Am Sonntag – als die Geschäfte ebenfalls ihre Türen öffneten – war zwischen Bahnhof und Rathaus teilweise kein Fortkommen mehr. Immer wieder lebte in der Fußgängerzone alte Handwerkskunst auf. Ritter, Minnesänger, Narren, Wahrsagerinnen, Ratsherren und -damen oder Gaukler präsentierten sich und ihre Angebote und Vorführungen. 

Mittelalterlicher Markt in Korbach

Schnaps für Marktbesucher 

„Seit es den Markt gibt, bin ich dabei. Das ist immer ein besonderes Spektakel“, sagte Hartmut Pötzsch von der Bruderschaft Sankt Barbara aus Korbach. Seit jeher ist der 53-Jährige damit beschäftigt, für die durstigen Markt-Besucher Schnaps anzubieten. Das lässt er dabei natürlich nicht unkommentiert. „Man muss schon ein bisschen laut werden, wenn man etwas loswerden will“, betonte Hartmut Pötzsch mit einem Lächeln. Einer seiner Lieblingssprüche sei: „Wenn du das Korbacher Kanonenfeuer trinkst, ist es, als wenn dir ein Engelchen auf die Zunge pinkelt.“

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