Riesige Kastanie fällt um und beschert Hemmighäuser Kindern ein Stück Urwald mitten im Dorf

„Mein Freund, der Baum, ist tot...“

Ungewöhnlicher Spielplatz: Die Kinder fühlten sich in der Kastanie ein Stück weit in den Urwald versetzt. Foto: Ulrike Schiefner

Hemmighausen - Die älteren Hemmighäuser sind ein bisschen traurig. Die Kinder hingegen hatten ihren Spaß: In der Nacht zum Donnerstag fiel eine große Kastanie um und bescherte ihnen mitten im Dorf ein Stück Urwald.

„Was passiert denn da?“, dachte sich Hanne Zahradnik, als sie um viertel nach eins von einem dumpfen Geräusch erwachte. Sie war aber war viel zu schlaftrunken, um aufzustehen und nachzuschauen. Doch die Sache ließ ihr keine Ruhe. Im ersten Licht des Morgens warf sie einen Blick aus dem Fenster und traute ihren Augen nicht: Die riesige alte Kastanie gegenüber auf Habermanns Hof war in der Nacht einfach umgekippt.

Die Nachricht machte im kleinen Diemeldorf wie ein Lauffeuer die Runde. Und den meisten Einwohnern ging spontan ein Lied durch den Kopf, mit dem Schlagersängerin Alexandra Ende der 1960er-Jahre einen Riesenhit landete: „Mein Freund, der Baum, ist tot“. Die mächtige Kastanie dürfte nach Schätzung der Hemmighäuser gut 130 Jahre alt und rund 18 Meter hoch gewesen sein. Der Stamm hatte einen Durchmesser von etwa einem Meter. Wie durch ein Wunder fiel der Baum parallel zum Wohnhaus. Die Äste streiften die Dachrinne und beschädigten das Dach der Treckergarage, doch der Schaden hielt sich in Grenzen. Am Donnerstag erwies sich der gefallene Riese, der vor einigen Wochen noch fachgerecht ausgeschnitten wurde, als echte Attraktion, insbesondere für die Kinder, die sich mitten im Diemeldorf ein Stück weit in den Urwald versetzt fühlten.

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