Christina Behringer und Carola Petersen stellen ab Samstag im Kümmell-Kunstladen aus

„Mensch Meier“

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Dreisam, zweisam, einsam: Christina Behringer und Carola Petersen zwischen drei Skulpturen ihrer Ausstellung „Mensch Meier“. Auch die Sänger der Korbacher Kantorei dürften sich in der Ausstellung wiederfinden – dazu gibts Figürliches an der Wand.Fotos: Demski

Korbach - Erst sind es schnöde Milchtüten. Müll. Anderswo landet er im gelben Sack, bei Carola Petersen in der Werkstatt. Und dort verwandelt sie die Tüten in Holzmaché und dann in Kunst.

Das Ergebnis können Interessierte ab Samstag im Kümmel-Kunstladen betrachten. Denn dort haben Christina Behringer und Carola Petersen von der Korbacher Künstlergruppe „artur“ ein Heimspiel.

„Mensch Meier“ haben sie es genannt und den Menschen in den Fokus gerückt. „Die Ausstellung Menschenskinder hat uns im vergangenen Jahr inspiriert“, erklärt Christina Behringer, „deswegen haben wir eine kleine Fortsetzung ins Leben gerufen“. Die dürfte vor allem für die Mitglieder der Korbacher Kantorei spannend sein. Denn im Schaufenster des kleinen Ladens findet sich das Ergebnis der Milchtüten-Kunst: 45 Sängerinnen und Sänger aus Holzmaché folgen hier dem Fingerzeig des Dirigenten.

„Klolage“ und Cutterkunst

Carola Petersen singt selbst in der Kantorei. „Und ich hatte bei der Entstehung immer Gesichter und Körperhaltung der Sänger in den Pausen vor mir“, sagt sie schmunzelnd. Gar nicht so einfach sei es gewesen, die Figuren ohne Arme und Beine und trotzdem ausdrucksstark zu gestalten. Zu den Sängern gesellen sich „Zeitzeugen“, die bei genauerem Hinsehen aus unzähligen Zeitungsartikeln bestehen. Carola Petersen steuert zu der Ausstellung außerdem zwei „Klolagen“ bei - bestückt mit Klokarten aus Bars und Restaurants. Das Ergebnis ist ein bunter Reigen, der das Auge zum Suchen einlädt.

Daneben steht die Kunst Christina Behringers. Abgesprochen über Inhalt und Form haben sich die beiden nicht: „Und trotzdem passt es“, freuen sich die Künstlerinnen. „Ich arbeite mit dem Cuttermesser, wie die Schneiderin mit ihrer Schere“, erzählt Christina Behringer. Es entstehen Figuren, die gedeutet werden wollen. „Erst geht mir ein Ritter durch den Kopf, dann die Fantasie mit mir durch und ich löse mich von meiner ersten Vorstellung“, beschreibt die Künstlerin den kreativen Prozess.

Der gilt auch für ihren Contrapunkt in der Ausstellung: Weitgehend abstrakt, graphisch und ohne viel Farbe sind ihre Skripturen gestaltet. Die Kalligraphie auf Zeitungsunterlagen könnten den Besucher zum Ausruf „Mensch Meier“ bewegen, erhofft sich die Künstlerin - ganz im Zeichen des Ausstellungsmottos.

Vernissage am Samstag

„Und wer mit nichts hier etwas anfangen kann, der ist in der Kammer willkommen“, sagt Carola Petersen. Spätestens hier wird der Besucher dann mit sich selbst konfrontiert.

Zur Vernissage der Ausstellung wird am Samstag um 11 Uhr in den Kümmell-Kunstladen eingeladen. Die Ausstellung ist bis zum 28. März immer samstags von 10 bis 13 Uhr zu sehen.

Von Theresa Demski

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