Hospizverein feiert 15-jähriges Bestehen und lädt zu neuer Ausbildungsreihe ein

Menschen, die sich Zeit nehmen

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Korbach - Im Juni feiert das Ökumenische ambulante Hospiz in Korbach sein 15-jähriges Bestehen. Vieles hat sich seit den Anfängen verändert, die Zahlen der Patienten sind gestiegen. Deswegen sucht der Verein jetzt nach neuen Ehrenamtlichen. Ein Infotreffen findet am 25. Februar statt.

Sie nehmen sich Zeit, hören zu und halten aus. Sie sprechen tröstende Worte, bieten ein Gebet an oder singen leise Zeilen am Sterbebett: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Ökumenischen ambulanten Hospizes in Korbach leisten einen Einsatz an den Grenzen des Lebens. Immer mehr Menschen nehmen das Angebot wahr, an dem sich inzwischen die Krankenkassen beteiligen.

Mehr als 20 Ehrenamtliche und eine hauptamtliche Mitarbeiterin sorgen dafür, dass der Verein den Anfragen nachkommen kann. „Ab März stellen wir eine zweite hauptamtliche Mitarbeiterin ein“, sagt Pastor Johannes Helmer. Aber auch neue Ehrenamtliche sind gefragt. Und deswegen bietet der Verein ab April eine neue Ausbildungsreihe für Interessierte an. „Wir suchen Menschen, die sich vorstellen können, ehrenamtlich Sterbende zu begleiten“, sagt Helmer. Voraussetzung sei, dass diese Menschen nicht selber akut von Trauer betroffen sind.

Vor allem auch Männer seien in dem neuen Kurs, der insgesamt auf 72 Unterrichtsstunden ausgelegt ist, willkommen.Neben fünf Kursabenden, die jeweils drei Stunden dauern, sind auch zwei Seminartage vorgesehen. Darüber hinaus plant der Hospizverein für die Ausbildung der Ehrenamtlichen zehn Stunden Selbststudium und ein dreiwöchiges Praktikum ein.

Die inhaltliche Verantwortung während der Kursstunden übernehmen die hauptamtliche Koordinatorin des Vereins, Christine Bernhardt-Engemann, und Johannes Helmer. Auf dem Stundenplan stehen Themen wie Zuhören und Verstehen, Mitgehen, Trauer und medizinische Fragen am Lebensende und auch der Umgang mit demenzkranken Menschen. Exkursionen ins Museum für Sepulkralkultur in Kassel und ins Krematorium nach Rhoden sind geplant.

Die Zugehörigkeit zu einer Kirche sei nicht notwendig, um das Ehrenamt zu übernehmen, sagt Pastor Johannes Helmer. „Aber wir wünschen uns, dass die Mitarbeiter sich mit dem christlichen Menschenbild verbunden fühlen.“ Grund- und Hauptkurs kosten jeweils 80 Euro. Wer sich anschließend im Hospizverein engagiert, bekommt die Gebühr erstattet.

Interessierte sind zu einem ersten, unverbindlichen Infoabend am 25. Februar um 18.30 Uhr im Gemeindehaus, Friedrichstraße, eingeladen. Infos gibt es bei Pastor Johannes Helmer unter Telefon 05631/8276.

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