Korbach

Mildes Urteil nach mehrfachem Betrug

- Korbach. Unterschlagung, Erschleichung, Einbruch, Urkundenfälschung, Diebstahl, Körperverletzung und mehrfacher Betrug: Die Liste der Vorstrafen, mit der gestern ein Angeklagter in die Verhandlung vor dem Korbacher Amtsgericht ging, war lang. Dass der Mann am Ende erneut mit einer Bewährungsstrafe davonkam, ist dem großzügigen Wohlwollen von Richter und Staatsanwalt zu verdanken.

Unumwunden gab der Korbacher zu, was ihm vorgeworfen wurde: Ja, er habe im April und Mai des vergangenen Jahres im Internetauktionshaus „Ebay“ drei Artikel verkauft, die er nie geliefert habe. „Ich hatte die Waren ja nicht“, begründete er. Für die angebotene Spielekonsole Playstation 3, ein Iphone-Handy und eine Goldkette kassierte der 32-Jährige 1300 Euro. Weil einer der Käufer eine weitere – ebenfalls nicht existierende – Goldkette bezahlte, summierte sich der Schaden am Ende auf rund 2000 Euro. „Das war ganz klarer Betrug mit nicht unerheblichen Beträgen“, stellte Richter Wolfgang Damm fest. Dafür setzte es eine einjährige Freiheitsstrafe, die für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Zusätzlich muss der Verurteilte 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und einen Bewährungshelfer aufsuchen. Weil er in der Vergangenheit bereits mehrfach bei „Ebay“ das Opfer gewesen sei, habe er gedacht, „ich zieh das auch mal durch“, gab der Hartz IV-Empfänger als Motivation zu Protokoll. „Na, das ist ja ein toller Grund“, hatte Damm dafür kein Verständnis.Auf der Anklagebank saß ebenfalls die Lebensgefährtin des Verurteilten. Ihr konnte das Gericht eine Beteiligung an den Vorfällen aber nicht nachweisen, obwohl der Betrug über ihr Mitgliedskonto abgewickelt worden war. „Ihre Darstellung lässt sich nicht widerlegen. Ich glaube aber nicht, dass sie nichts gewusst haben“, so der Staatsanwalt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Mittwoch, 19. Januar 2011.

Kommentare