Hochwasserschutz durch neues Rückstau-Bauwerk nahe der Schlesischen Straße verstärkt

2,5 Millionen Euro für das „Laaker Becken“

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Rückhaltebecken in Betrieb genommen: (v.l.) Bauamtsleiter Stefan Bublak, Anwohner Jörg Kaltenborn, Bürgermeister Klaus Friedrich, Jochen Wachenfeld-Teschner, Geschäftsführer der beauftragten Baufirma, Ronny Körner (Stadtbauamt) und Carlos Vicente vom Ingenieurbüro Gröticke (Berndorf).Foto: Kobbe

Korbach - Um den Hochwasserschutz zu verbessern, hat die Stadt rund 2,5 Millionen Euro in den Bau eines weiteren Rückhaltebeckens investiert. Gestern wurde die Anlage in der Laake in Betrieb genommen.

Vor allem auf die Anwohner der Schlesischen Straße kommen mit dem neuen Bauwerk, einem kombinierten Hochwasser- und Regenrückhaltebecken, trockene Zeiten zu. „Wenn ein dunkler Himmel Wolkenbrüche ankündigte, musste immer jemand daheim bleiben“, berichtet Jörg Kaltenborn. Der Keller des Hauses drohte zu überfluten. Der Bitte der Stadt kam er denn auch gerne nach, die Abhilfe versprechenden Kanäle von der Schlesischen Straße in die Laake durch seinen Garten verlegen zu dürfen.

25000 gefüllte Badewannen

Im September 2013 begannen die Bauarbeiten in zwei Abschnitten. Die Anlage besteht aus zwei hintereinander geschalteten Bauwerken, die das Abwasser aus dem Korbacher Westen bei Starkregen speichern und so Kanalisation und Kuhbach entlasten. Das erste Becken besteht aus Stahlbeton und verfügt über ein Stauvolumen von 360 Kubikmetern. Wenn es voll ist und überläuft, fließt das Wasser in ein weiteres, offenes Erdbecken. Es fasst bei einer Tiefe von 1,3 bis 1,7 Metern noch einmal 2700 Kubikmeter. Insgesamt könne so nach Angaben des Stadtbauamtes eine Wassermenge aufgefangen werden, die zum Vergleich der Füllung von etwa 25000 Badewannen entspricht.

Sobald Regen und Zulauf nachlassen, kann das gespeicherte Wasser dosiert in die Kanalisation abfließen. Im Stahlbetonbecken ist eine vollautomatische Rechenanlage als Reinigungsstufe installiert. Die Daten über Füllstand, Ablaufmenge und eventuell auftretende Störungen werden in die Leitstation der Kläranlage Ittertal übertragen.

Für das „Laaker Becken“ wurden außerdem in der Louis-Peter-Straße und in der Schlesischen Straße auf 300 Metern Länge neue Kanäle bis zum Regenüberlaufbecken verlegt, mit Durchmessern von bis zu 1,2 Metern und in einer Tiefe von bis zu vier Metern. Für den Großteil der Bauarbeiten, ebenso für Planung und Bauüberwachung, erhielten nach der Ausschreibung heimische Unternehmen den Zuschlag.

Stauraum-Netzwerk

Als „weiteren Meilenstein für den Hochwasserschutz der Kreisstadt“ bezeichnete Bürgermeister Klaus Friedrich das abgeschlossene Bauvorhaben, dessen Hauptbestandteile überwiegend unterhalb der großen Grünfläche zwischen Louis-Peter-Straße und Westring liegen.

Mehr Hochwasserschutz für die Innenstadt sei ein wichtiges Ziel in Korbach, seit große Regenmengen im Sommer 2006 für eine Überschwemmung sorgten. Im Parkhaus schwammen damals die Autos durch das geflutete Untergeschoss. Die Stadt habe seither durchschnittlich zwei Millionen Euro jährlich in Kanäle und Rückhaltebecken investiert. Zum Netzwerk gehören etwa zwei große Bassins stadtauswärts an der Flechtdorfer Straße, ein Becken unter dem Parkplatz an der Ecke Arolser Landstraße/Waldmannsbreite sowie der Stauraum an der Briloner Landstraße. Im Juli ist außerdem mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens für das neue Gewerbegebiet Raiffeisenstraße begonnen worden.

Von Thomas Kobbe

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