Parlamentarier beschließen Sanierung des Haus des Gastes und des Erlebnisbades in Heringhausen

2,3 Millionen Euro für den Umbau

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Diemelsee-Heringhausen - Seit 2009 diskutieren die Diemelseer Parlamentarier über die Sanierung des Haus des Gastes in Heringhausen. Jetzt wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Für 2,3 Millionen Euro soll das Gebäude umgebaut werden – inklusive Sanierung des Schwimmbades

„Dann kann jetzt endlich gebaut werden“, sagte Hannelore Behle, Vorsitzende der Diemelseer Gemeindevertretung, nach jahrelangen Diskussionen über den Umbau des Haus des Gastes in Heringhausen. Auch am Freitagabend bei der Sitzung der Diemelseer Parlamentarier in Adorf wurde weiter debattiert – und am Ende gab es eine knappe Mehrheit für den Umbau.

Förderung wird geprüft

Was viele der Gemeindepolitiker abschreckte, war die nötige Investitionssumme, die der Architekt Jürgen Kepplin vorstellte: etwa 2,3 Millionen Euro soll der gesamte Umbau kosten. Rund 1,5 Millionen Euro davon könnte das Land Hessen beisteuern. Für die neuentstandenen Mehrkosten wird derzeit geprüft, ob diese förderfähig sind. Für die geplanten Umbauten am Bad gibt es keine Fördergelder, die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 450 000 Euro.

Robert Erlemann (FWG) beklagte, dass 2009 geplant gewesen sei, etwa 960 000 Euro für den Umbau des Haus des Gastes mit neuer Tourist-Info auszugeben: „Wenn ich das hier sehe, dann schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen.“Doch ging es vor vier Jahren nur um das Haus des Gastes, so steht nun auch das Erlebnisbad mit auf dem Bauplan. Und dort sind bei Untersuchungen gravierende Mängel festgestellt worden – die zum Teil wohl in der Vergangenheit bereits hätten ausgebessert werden müssen.

Das Gebäude soll wegen der Größe in Zukunft in zwei Brandschutzbereiche eingeteilt werden. Teilweise wird es neue Brandschutztüren geben. Im Keller des Schwimmbades ist die Technik bislang nicht sicher gelagert. Der dafür vorgesehene Raum wurde zudem als Lager genutzt. So soll die Elektrohauptverteilung nun in einen eigenen Raum kommen, das war bisher nicht der Fall. Gleiches gilt für ein neues größeres Blockheizkraftwerk. Dieses wird von der EWF finanziert.

Zwingend erforderlich ist laut Kepplin die Erneuerung der Wasserspeicherung und Warmwasseraufbereitung, „um auch die Trinkwasserverodnung erfüllen zu können“. Einer der Speicherbehälter wurde bereits seit längerem wegen Verkalkung nicht mehr genutzt. Hinzu kommen ein neuer Blitzschutz, zusätzliche Sicherheitsbeleuchtung und ein Platz für die Badeaufsicht auf der Empore. Für Kinder soll es eine Rutsche geben,

Eine lange Mängelliste also, die dementsprechend auch Kosten mit sich bringt. „Wir müssen überlegen, ob es Alternativen gibt“, forderte deshalb Stephanie Wetekam (FDP). „Wenn wir die Entscheidung bis September schieben, haben wir keine neuen Erkenntnisse, sondern mehr Kosten durch zusätzliche Planungen“, entgegnete Bürgermeister Volker Becker. Zudem wies er daraufhin, dass die Fördermittel nur in einem begrenzten Zeitraum zu haben sind. „Sonst könnte das eine längere Schließung des Bades bedeuten“, so Becker weiter.

Bei einer kompletten Stilllegung wäre zudem das Prädikat „Luftkurort“ gefährdet – was wiederum den Verlust der Einnahmen durch die Luftkurtaxe bedeuten würde. „Wir müssen im Sinne der Bevölkerung und der Gäste die Infrastruktur in Heringhausen aufrechterhalten.“

„Positiv und erschreckend“

Das sah auch die SPD-Fraktion so, die geschlossen für den Umbau von Bad und Haus des Gastes stimmte, während innerhalb der anderen Parteien die Meinungen auseinander gingen. „Es ist positiv aber auch erschreckend, dass wir jetzt wissen, was uns erwartet“, sagte Dr. Beate Schultze (CDU). Sie habe das Gefühl, die Summe sei zu hoch, „aber wenn wir unseren Bürgern nichts bieten, dann besteht die Gefahr, dass wir sie irgendwann verlieren“.

Für Martin Tepel (SPD) sind die Kosten „das Schicksal eines Multifunktionsgebäudes“. Wenn jetzt nicht investiert werde, würden die Kosten in Zukunft weiter steigen. Und so entschieden die Parlamentarier letztlich dann auch, dass in Heringhausen in Zukunft ein umgebautes Haus des Gastes mit moderner Tourist-Info, Ausstellungsräumen und saniertem Erlebnisbad stehen soll.(tt)

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