Uplandschule Willingen: Keine Rückkehr zu G9 für die aktuellen sechsten Klassen

Ministerin kassiert Genehmigung

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Die Uplandschule kehrt nach den Sommerferien zurück zum neunjährigen Gymnasium. Für die sechsten Klassen bleibt allerdings alles beim Alten.

Willingen - Für die jetzigen sechsten Gymnasialklassen der Uplandschule bleibt es nun doch bei acht Jahren bis zum Abitur: Das Kultusministerium hat die schon erteilte Genehmigung für die Rückkehr zu G9 wieder kassiert.

Noch im Februar war die Freude an der Willinger Uplandschule (UPS) groß: Das Staatliche Schulamt in Fritzlar hatte die Rückkehr des Gymnasialzweigs zu G9 genehmigt - nicht nur die neuen, sondern auch die jetzigen fünften und sechsten Gymnasialklassen sollten ab Beginn des neuen Schuljahrs wieder neun Jahre Zeit bis zum Abitur haben.

Für die beiden aktuellen sechsten Klassen bleibt nun aber doch alles beim Alten, bestätigte Schulleiter Norbert Volkwein gestern der WLZ-FZ auf Nachfrage: Die Schule sei entsprechend vom Staatlichen Schulamt angewiesen worden. Die Rückkehr zu G9 gilt damit nach den Sommerferien nur für die jetzigen und die künftigen fünften Klassen. Die Eltern sollen am Montag über die neue Lage informiert werden, teilte Volkwein mit.

Schon bei der Erteilung der Genehmigung habe eine „gewisse Unsicherheit“ im Staatlichen Schulamt geherrscht, erklärte der leitende Schulamtsdirektor Rainer Walenzik. Für den Antrag der Uplandschule sei noch das hessische Schulgesetz von 2008 Entscheidungsgrundlage gewesen, das für kooperative Gesamtschulen eine Rückkehr zu G9 möglich gemacht, dies für Jahrgänge fünf und sechs aber nicht eindeutig geregelt habe.

Walenzik interpretierte das Gesetz so, dass auch für diese Klassen künftig das neunjährige Gymnasium gelten sollte. Kultusministerin Nicola Beer sah es anders - zumindest für die Jahrgangsstufe sechs. Hintergrund der Entscheidung: Die Lehrpläne für die fünften Klassen ähneln sich bei G8 und G9 noch, in den sechsten Klassen sind die Unterschiede größer. So fangen die Gymnasiasten bei G8 schon in der sechsten Klasse mit der zweiten Fremdsprache an. Deshalb soll es für die rund 50 Sechstklässler auch nach den Sommerferien bei G8 bleiben.

An der Willinger Schule ist nun die Enttäuschung groß: Die Eltern hätten im vergangenen Jahr den Antrag zur G9-Rückkehr auch für die fünften und sechsten Klassen zu 100 Prozent unterstützt, sagte Schulelternbeiratsvorsitzender Dr. Dirk Bender.

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