Baptistenpastor Detlef Kapteina geht in den Ruhestand

Missionar in Afrika und Deutschland

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Ein Stück Afrika nach Korbach gebracht: Pastor Detlef Kapteina geht in den Ruhestand.Foto: Figge

Korbach - Detlef Kapteina geht nach drei Jahren als Pastor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Korbach in den Ruhestand. Nicht nur in Afrika, auch hier sieht er auf Erfolge als Missionar zurück.

Seinen endenden Dienst in Korbach bezeichnet Detlef Kapteina, Pastor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Korbach, als Fügung: Als er vor über drei Jahren seine Missionarstätigkeit aufgeben musste, suchte er eine Gemeinde im Umbruch, die sich für drei oder vier Jahre neu sortieren wollte - Korbach passte wie angegossen.

„Die Botschaft mitteilen“

Sein Weg in die Hansestadt war lang: 1948 wurde er in Wuppertal geboren. Das Aufwachsen in einer Baptistengemeinde prägte ihn und veranlasste ihn zum Theologiestudium. Dessen Beginn fiel mit den Studentenunruhen 1968 zusammen, er suchte bewusst die Auseinandersetzung mit Sozialismus und Existenzialismus - das sei Anstoß gewesen, Pastor zu werden. Als Jugendpastor in München lernte er Ende der 70er Jahre seine Frau Christa kennen, mit der er bald ein erstes Kind bekam.

In dieser Zeit reifte auch sein Wunsch aus Studientagen, Engagement für die Menschen in Afrika zu zeigen. Als seine missionarisch tätige Kirche Bibellehrer für Sierre Leone suchte, folgte er dem Ruf.

Von 1979 bis 1988 lebte er mit seiner Familie in dem westafrikanischen Land, zwei weitere Kinder brachte seine Frau dort zur Welt. „Es war uns wichtig, dass unsere Kinder dort aufwuchsen“, erklärt er. Ganz ungefährlich war es indes nicht: Seine Frau spricht, wenn sie sich an das Überleben einer Begegnung mit einer Kobra erinnert, von einem Wunder.

Als die älteste Tochter zehn Jahre alt wurde, reichte die Fernschule nicht mehr aus, die Familie kehrte nach Deutschland zurück. Bis 1994 baute Detlef Kapteina eine Gemeinde in Pfaffenhofen an der Ilm auf, doch dann ergab sich eine Gelegenheit, sich gleichzeitig für Afrika einzusetzen und seine Kinder auf deutschen Schulen zu lassen: Er wurde Afrika-Missionssekretär bei der Europäischen Baptistischen Mission. Die Arbeit wuchs in seiner Zeit an, aus drei betreuten Ländern wurden sieben. Letztlich musste die Stelle aufgeteilt werden, an der euro-päischen Öffentlichkeitsarbeit hatte er aber kein Interesse.

„Pfarrer und Missionar sind für mich jedoch identisch“, erklärt er, und so übernahm er von 1999 bis 2006 eine Gemeinde in Schwäbisch Hall. Als das jüngste Kind aus dem Haus war, gingen die Eheleute zurück nach Afrika: Das Forum Wiedenest suchte Bibellehrer für Tansania. Nach drei Jahren machte sich aber das Alter bemerkbar, sie kehr-ten nach Deutschland zurück.

Neue Perspektiven

Im Februar 2011 trat er seinen Dienst in der Hansestadt an. Die Gemeinde habe sich eine stärkere Gemeinschaft und Beteili-gung gewünscht, neue Perspektiven für Gemeindeleben und Mission. Er unterstützte sie da-bei mit „den fünf Gs“: Gottes Wort, gemeinsames Gebet, lebendige Gottesdienste, Gemeinschaft und geistige wie natürlich Gaben in der Gemeinde entdecken. Besonders freue ihn, dass es gelang, eine iranische Familie in die Gemeinde zu integrieren. „Genau das ist mein Auftrag“, erläutert er, „denn wer kein Herz für andere Kulturen hat, kann kein Missionar werden“.

Morgen verabschiedet seine Gemeinde Detlef Kapteina mit einem Festgottesdienst, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Die Feierlichkeiten beginnen um 14.30 Uhr in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Korbach, Zum Sandberge 3.

Bis sein Nachfolger am 1. September antritt, bleibt er der Gemeinde erhalten - als „Mini-Jobber“, schmunzelt er. So könne er, bevor es zu Kindern und Enkeln nach Schwäbisch Hall geht, auch noch etwas länger Korbach und Landschaft genießen, die er grade erst kennenlerne.

Von Wilhelm Figge

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