Linken im Bundestag pochen auf Legalisierung von Cannabis - WLZ-FZ-Umfrage

„Mit Drogen geht Anstand verloren“

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- Soll der Konsum von Haschisch und Marihuana in speziellen Cannabis-Clubs erlaubt sein? Die Linke fordert die Legalisierung, die Regierungskoalition ist strikt dagegen. WLZ-FZ- startete eine Umfrage zu diesem Thema. Was meinen die Waldeck-Frankenberger dazu?

Frank Tempel weiß, wovon er spricht. Der frühere Chef einer mobilen Anti-Rauschgift-Einheit in Thüringen hat jahrelang selbst gegen Drogen gekämpft, über 500 Vernehmungen geführt. „Die Polizei“, sagt der Drogenexperte der Linken im Bundestag, „ist völlig außerstande, das Verbot durchzusetzen.“ Der 43-Jährige will das Cannabis-Verbot kippen. Die Linke erklärt die Freigabe sogar zum „Gesundheitsschutz“. Nur bei einer kontrollierten Freigabe sei es möglich, die Reinheit der Produkte zu überwachen und die Aufklärung zu verstärken. Tempel: „Es ist notwendig, den Konsum zu entkriminalisieren.“ Er selbst, beteuert Tempel, habe nie einen Joint geraucht. Coffee Shops wie in den Niederlanden will der Ex-Drogenfahnder allerdings nicht einrichten.

In exklusiven Cannabis Clubs sollen Freunde des Hanfanbaus für den Eigenbedarf pflanzen können. Die Abgabe der Ernte – ebenfalls zum Eigenverzehr – soll kontrolliert erfolgen. Konsumenten soll der Besitz von bis zu 30 Gramm Haschisch oder Marihuana erlaubt sein. Er sei aber offen für andere Vorschläge, sagt Tempel. Der Antrag der Linken sorgt für scharfe Kontroversen. Für die Liberale Christine Aschenberg-Dugnus ist Tempels Offensive schlicht „gut gemeinter Rauschsozialismus“. Bei der Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss prallen die Meinungen aufeinander. „Das völlig falsche Signal an Jugendliche“, protestiert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP).

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 26. Januar

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