Pfarrerin Manuela Mohr übernimmt Nachfolge von Rüdiger Dierks in der Nikolaigemeinde und in Lelbach

„Mit Leib und Seele Gemeindepfarrerin“

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Ein gutes Gespann: Manuela Mohr und Tonks sind Anfang Oktober ins Pfarrhaus an der Kalkmauar eingezogen.

Korbach - Sie denkt nicht in Schubladen, liebt die Natur und wünscht sich Glauben, der begeistert: Manuela Mohr aus Hettenhausen ist die neue Pfarrerin in der Korbacher Nikolaigemeinde und in Lelbach.

An der Tür wird der Besucher von Tonks begrüßt. Ein neugieriges Schnüffeln, dann ein bereitwilliges Platzmachen. Die Labradorhündin gehört zu den neuen Bewohnern des Pfarrhauses an der Kalkmauer. Und sie scheint sich schon Zuhause zu fühlen in dem großen Haus mit der wilden Wiese. „Wir kommen langsam in Korbach an“, sagt Manuela Mohr. Gemeinsam mit Hündin Tonks lebt sie seit Anfang Oktober an der Kalkmauer - mit Blick auf den Turm der Nikolaikirche.

Gefühle und Verstand

Und damit auch gleichzeitig auf ihre neue Wirkungsstätte. Die 34-Jährige hat die Nachfolge von Rüdiger Dierks übernommen, der sich im Mai in den Ruhestand verabschiedete. „Ich wünsche mir, dass die Menschen uns nicht einfach vergleichen“, sagt die neue Pfarrerin, „wir sind zwei ganz verschiedene Menschen“. Große Sorgen macht sie sich da aber ohnehin nicht. Herzlich sei sie aufgenommen worden in ihrer neuen Gemeinde, sagt sie und erinnert sich gerne an ihre feierliche Einführung am vergangenen Sonntag. Mit einem großen Rucksack voller Erfahrungen kommt Manuela Mohr nach Korbach, mit Wünschen und Ideen, aber vor allem mit der Bereitschaft zuzuhören. „Ich will bestehende und funktionierende Strukturen nicht auf den Kopf stellen“, sagt sie, „ich will mich umschauen und mich einbringen“.

Und darin hat die neue Pfarrerin bereits Übung. Denn schon früh kam sie in Berührung mit Kirche und Religion. „Ich bin mit der Kinder- und Jugendarbeit bei uns Zuhause in Hettenheim groß geworden“, erzählt sie. Involviert in das kirchliche Leben, engagiert im Flötenkreis und bei der Pfadfinderarbeit sei sie gewesen.

Aber erst als sie nach dem Abitur ein Jahr als Au-pair-Mädchen in Amerika verbrachte, entdeckte sie: „Das ist noch mehr. In der Kirche könnte auch meine berufliche Arbeit liegen“. Emotionaler seien die Menschen dort mit ihrem Glauben an Gott umgegangen. „Bei uns geht es dabei oft um den Verstand und darum, etwas für wahr zu halten“, sagt sie, „ich glaube, dass ein Zusammenspiel von Gefühlen und Verstand wichtig ist“. Glaube könne begeistern.

Das hat Manuela Mohr erlebt. Vier Wochen nach ihrer Rückkehr aus Amerika begann sie das Theologiestudium - erst in Marburg, dann in Mainz. „Am wohlsten habe ich mich im Studium gefühlt, wenn die Theorie auf die Praxis traf“, sagt sie, „wenn die Frage danach gestellt wurde, was alltagstauglich ist“. Und die Frage danach war es auch, die sie im Vikariat in Gelnhausen und später in ihrer ersten Pfarrstelle in Schwarzenborn antrieb. „Nach dem Studium war es schön, richtig in einer Gemeinde zu arbeiten“, sagt sie, „ich bin mit Leib und Seele Gemeindepfarrerin“.

Zur Gitarre greifen

Und auch deswegen freut sich Manuela Mohr auf die neuen Aufgaben in Korbach. Sie haben sich neue Herausforderungen gewünscht und Kollegen, mit denen sie zusammen arbeiten könne. Und die hat sie in der großen Stadtkirchengemeinde in Korbach nun gefunden.

„Ich packe gerne mit an und greife auch mal zur Gitarre“, sagt sie. Zuhause sei sie vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit. „Aber ich freue mich auch auf die Begegnungen im Haus am Nordwall und in Senioren- und Gemeindekreisen“, sagt sie. Die Vorfreude gilt auch für die Kanzel. Sie predige gerne, denke sich in Themen und Texte hinein und suche auch mal nach neuen Formen der Gottesdienstfeier, um auch andere Menschen anzusprechen - ob mit besonderer Musik oder Texten und Traditionen aus Taizé. Wo sie theologische stehe? „Da denke ich nicht in Schubladen“, sagt sie, „das ist nicht gewinnbringend“.

Angst vor der Herausforderungen der beiden Bezirke in Korbach und Lelbach hat sie nicht: „Bisher musste ich mich für vier Orte vierteln, da werde ich zwei Orten auch gerecht werden können“, sagt sie.

Und beim Krafttanken hilft dann Hündin Tonks: „Wir zwei sind viel in der Natur unterwegs“, sagt sie. Und dort werden sie zuweilen wohl auch ihre Gemeindeglieder treffen - und sich dann ein eigenes Bild von ihrer neuen Pfarrerin machen.

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