Weihnachtsfeier der Korbacher-Werkstätten

Mitarbeiter auf der Bühne

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Weihnachtsfeier Korbacher Werkstätten 2014

Korbach - Neben Gedichten zu den Feiertagen und künstlerischen Darbietungen bot die Weihnachtsfeier der Korbacher Werkstätten etwas besonderes: Mitarbeiter wurden geehrt und ihren Kollegen vorgestellt.

Marzena Jany weiß nicht so recht, was sie mit ihren Händen machen soll - die 400 Zuschauer in der Korbacher Stadthalle machen sie sichtbar nervös. Aber als Kollegen, Freunde und Verwandte ihr donnernden Applaus entgegenbringen, steht ihr die Freude ins Gesicht geschrieben.

Kollegen werden vorgestellt

Sie ist eine von zehn Mitarbeitern, welche bei der Weihnachtsfeier der Korbacher Werkstätten für Menschen mit Behinderung Anerkennung für ihre langjährige Tätigkeit erhalten. Marzena Jany ist seit zehn Jahren dabei, genau wie Patrick Fennel, Hajo Göbel, Patrick Meier, Roswitha Niescerie und Sabrina Wessalowski. Helga Becker, Michael Dicke und Helmut Rennert arbeiten schon seit 25 Jahren für die Werkstätten. Heinrich Plutz ist mit 40 Jahren schon länger dabei, als das verantwortliche Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg besteht.

„Auf die Ehrungen freuen sich manche Mitarbeiter das ganze Jahr“, erklärt Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Werner. So ist mancher nervös, andere gehen gelassen damit um. Bei der Frage, ob sie lieber „Rosi“ genannt wird, nimmt Roswitha Niescerie dem Vorstandsmitglied erst mal das Mikrofon ab, um ein markiges „Jawoll“ in den Raum zu rufen und alle schön zu grüßen. „Bleib, wie du bist“, hält Wolfgang Werner fest.

Die Ehrungen gehen über Namen und Dienstzeit hinaus. Wolfgang Werner und Vorstandskollege Christoph Hille lesen vor, was ihre Kollegen über die Ausgezeichneten zu sagen haben: Zwischen Interessen wie Kegeln und Tanzen und Eigenschaften wie Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft entsteht so ein Bild von den Menschen auf der Bühne.

Festliches und Künstlerisches

Auch sonst sieht das Publikum dort einiges von Interesse: Die Theatergruppe der Werkstätten hat Eindrücke zum Thema „Was vom Tage übrig blieb“ gesammelt und stellt diese dar. So inszenieren die Mitglieder unter Sonja Schmitt und Krystyna Wieczorek die Müdigkeit nach Feierabend, Ärger und Ausgelassenheit. Höhepunkt der wortlosen Aufführung ist ein kleines Stück über das Abschiednehmen. „Die Gruppe wird von Jahr zu Jahr professioneller“, befindet Einrichtungsleiterin Kirsten Hille, die durch das Programm führt.

Die Tanzgruppe der Werkstätten erntet für ihre Darbietung zu George Ezras „Budapest“ viel Applaus. Zur Festzeit gibt es auch passende Gedichte: Doris Kattke liest „Brav waren wir dieses Jahr“, Elke Feurich „Denkt euch...“. Weihnachtliche Lieder bieten Sabrina Reker und Alexander Hotkowitz. Den einzigen Auftritt, der nicht mit Werkstatt-Mitarbeitern besetzt ist, liefert der Chor „Singende Frauen“ unter Irina Hazke.

Von Wilhelm Figge

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