Kirchenkreis Twiste-Eisenberg feiert Fusion mit Festgottesdienst in Korbacher Kilianskirche

Miteinander singen, helfen und leben

Korbach - Seit 1. Januar gehören die Kirchenkreise der Twiste und des Eisenberges zusammen. Ihre Vereinigung feierten über 300 Gottesdienstbesucher am Sonntag in der Korbacher Kilianskirche.

„Lasst uns miteinander“ lautete das Motto des Festgottesdienstes zur Fusion der Kirchenkreise des Eisenbergs und der Twiste. Für das Miteinander fanden sich gestern zahlreiche Gäste in der Kilianskirche ein: „Wir haben 300 Liedzettel gedruckt. Ich freue mich riesig, dass die nicht gereicht haben“, schmunzelte Eva Brinke-Kriebel, Dekanin des neuen Kirchenkreises Twiste-Eisenberg. Angesichts der großen Besucherzahl sei der Tagesspruch „Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes“ ausgesprochen passend. Und der dritte Sonntag nach Epiphanias eigne sich besonders, um für die Begegnungen und Gespräche zu danken, die zur Fusion geführt haben, erklärte Jan Klein, Mitglied des Kirchenkreisvorstandes der Twiste – ein gemeinsamer Vorstand wurde noch nicht gewählt. Die Hoffnung auf eine gute Zukunft des neuen Kirchenkreises prägte auch die Gebete: „Schenke uns Gemeinsamkeit und Einheit und segne, was wir in deinem Namen beginnen“, bat Pfarrer Markus Heßler. Manches habe sich geändert, aber der Alltag bleibe für die über 17 000 Kirchenmitglieder im Kreis der Twiste und die über 25 000 in dem des Eisenbergs unverändert, erläuterte die Dekanin. Die Predigt hielt sie zusammen mit Pfarrern und Mitarbeitern aus beiden Altkreisen. Auch wenn sie vom Kirchenkreisamt komme, seien Zahlen und Geld für sie nur ein Aspekt des Zusammenschlusses, erklärte Claudia Preising. Der Glauben finde vor allem in der Musik seinen Ausdruck. Das gemeinsame Singen verbinde.Der Mengeringhäuser Pfarrer Uwe Jahnke rief auf, diakonische Aufgaben gemeinsam anzugehen: „Vom Bathildisheim über Alten- und Jugendhilfe bis zum ehrenamtlichen Engagement vor Ort haben wir einen enormen Schatz.“ Der größere Kirchenkreis dürfe nicht als Verlockung dienen, anderen die Arbeit zu überlassen, er bedeute mehr Verantwortung. Einen dritten Aspekt des Miteinanders nannte Markus Heßler: „Lasst uns miteinander schamlos das Evangelium leben.“ Die Fusion biete die Chance, Erfahrungen auszutauschen. Insbesondere Jugendliche müssten profitieren, da sie mit ihrem straffen Zeitplan jedes bisschen Kraft gebrauchen könnten, das der Glaube ihnen biete. Eva Brinke-Kriebel beschloss die Predigt mit einem Sinnbild: „Den Gemeindebrief austragen, den Kirchplatz sauberhalten, sich gegenseitig besuchen: Auch kleinste Tätigkeiten sind Bausteine für unsere Kathedrale.“ Beim Aufbau des neuen Kirchenkreises hätten die Verantwortlichen darauf geachtet, die „sperrigen Steine“ so zu setzen, dass sie die kleineren nicht behindern. Auch die musikalische Begleitung widmete sich dem Thema des Miteinanders. Für den Gottesdienst hat sich eigens ein ad-hoc-Chor mit Sängerinnen und Sängern aus dem gesamten Kirchenkreis gebildet. Sie präsentierten vor allem Loblieder und Stücke, die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft machten, wie „Vertraut den neuen Wegen“. Auch wenn die einzelnen Titel den Mitgliedern schon länger bekannt waren, hatten sie erst am Nachmittag ihre erste gemeinsame Probe. Bezirkskantorin Jutta Kneule zeigte sich mit dem schnellen Gelingen sehr zufrieden. Der Bläserkreis Twiste und das Eisenberg-Ensemble vereinten sich unter Bezirkskantor Jan Knobbe ebenfalls. Sie unterstrichen den Gottesdienst mit anspruchsvollen Stücken. So war der Satz für „Vertraut den neuen Wegen“ eigens für die Fusion geschrieben worden. Und nach einer kurzen, fetzigen Instrumentaleinlage brauste Applaus durch die Kirche.Nach dem Gottesdienst verwandelte sich die Kilianskirche in ein Kirchenbistro und gab allen die Möglichkeit zum Miteinander und zum besseren Kennenlernen. Von Wilhelm Figge

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