Sanierung des Korbacher Sparkassen-Hochhauses am Nordwall soll bis Ende März abgeschlossen sein

Monteure setzen 370 neue Fenster ein

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Korbach - Von außen ist der rund 30 Meter hohe Turm mit einer hellen Plane verhängt, dahinter laufen die Arbeiten auf Hochtouren.

Arbeiter montieren Fensterrahmen in die Metallkonstruktion und dichten sie mit Silikon ab, im mit Planen abgedeckten Sitzungszimmer liegen schon die Fensterflügel bereit. Und unten auf der abgesperrten Straßenseite räumt ein Gabelstapler-Fahrer Alubleche für die Fassade aus einem Lastwagen und stapelt sie auf dem Gehweg. Es geht voran mit der energetischen Sanierung des markanten Sparkassen-Gebäudes am Nordwall, gestern berichteten Pressesprecher Karlheinz Göbel, der Bereichsleiter für die Organisation, Dirk Schweitzer, und der Diplom-Ingenieur, Architekt und Bauleiter der Sparkasse, Rudolf Josephy, über den Baufortschritt.

Die Zeiten zugiger Alufenster mit Einfachverglasung gehören bald schon der Vergangenheit an, nach rund 40 Jahren wird wie berichtet die komplette Fassade erneuert. Eigentlich sollte der für den Verkehr halbseitig gesperrte Nordwall schon im Dezember wieder frei sein, aber es sei zu einer Verzögerung gekommen, weil ein externer Zulieferer wegen der guten Baukonjunktur in der zweiten Jahreshälfte Engpässe gehabt habe, berichtete Josephy. Die Arbeiten sollen wie berichtet bis Ende März abgeschlossen sein.

Insgesamt werden 370 Fenster in den rund 130 Büros ausgetauscht. Besonderheit der neuen Elemente: innen liegende Jalousien, die auch bei Sturm oder Hagel genutzt werden können. Sie liegen zwischen der modernen Dreifachverglasung mit einer leichten Tönung und einem Schutzglas an der Außenseite. Dadurch verschmutzten die Lamellen auch kaum, erläuterte Dirk Schweitzer. Die Jalousien können raumweise elektrisch gesteuert werden.

Letzter Bauabschnitt

Bis Oktober seien die Fenster in den Obergeschossen drei bis acht bereits komplett ausgetauscht worden, berichtete Schweitzer. Bis November seien auch im Erdgeschoss und in den ersten beiden Obergeschossen Fenster erneuert worden. Derzeit laufe als letzter Abschnitt der Austausch an der Frontseite zum Nordwall hin.

Auch die alte Steinfassade des Hochhauses wurde abgenommen, die neue bestehe in den Obergeschossen drei bis acht aus grauweißem Aluminium-Glattblech, sagte Josephy. Unten werden Natursteine vorgesetzt. Ursprünglich sei geplant gewesen, die alten Platten abzunehmen und die Aufhängung bis auf die Fertigteil-Betonkonstruktion zurückzubauen. Das sei wegen der zu festen Befestigung mit Betonankern nicht möglich gewesen, sagte der Bauleiter, deshalb würden die neuen Aluplatten in eine „Vorsatzschale“ gehängt.

Aus Gründen des Brandschutzes werde die Wärmedämmung aus Holzfasern in den Wänden hermetisch abgedichtet.

Auch die Alu-Elemente müssen noch auf die Stahlunterkons­truktion montiert werden. Gearbeitet werde dabei von oben nach unten, erklärte Josephy. Auf der Rückseite des Gebäudes werde an der Fassade ein „Wärmedämmungsverbundsystem“ angebracht. Auf die dicken Dämmplatten werde eine Putzfläche mit sogenannten Bossenfugen aufgebracht, die eine Wandgliederung wie früher beim Naturstein bringen sollen. Der Aufzugsanbau soll farblich von der weiß-grauen Fassade abgesetzt werden.

Saniert wird parallel zum laufenden Betrieb der Sparkasse, die Büros im Hochhaus werden auch genutzt, die Mitarbeiter müssen flexibel auf die Bauarbeiten reagieren.

Die Kosten sind mit drei Millionen kalkuliert. „Wir sind im Kostenrahmen“, berichtete Josephy. Er hob hervor, dass 19 der 20 beauftragten Firmen aus dem Kreis kämen. Das heimische Handwerk habe der Sparkasse bescheinigt, dass dies zur Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsstellen beitrage, fügte Göbel hinzu. Die Firmen seien hervorragend qualifiziert. Es komme aber auch auf den Millimeter an, betonte der Bauleiter.

Unter dem Dach wurde bei den Arbeiten eine Fledermaus-Kolonie entdeckt, die nützlichen Säugetiere hatten sich offenbar ein Winterquartier eingerichtet. Die Sparkasse schaltete den Naturschutzbund und ein Institut für Tierökologie ein, die Fachleute rätseln noch, um welche Art es sich handelt. „Wir werden ein neues Winterquartier einrichten“, versicherte Göbel, am Aufzugsschacht würden 20 Kästen in die Fassade integriert. Er hält es für möglich, dass dort auch im Sommer Fledermäuse einziehen.

Sobald die Fassade in den Etagen drei bis acht fertig angebracht ist, kann das Gerüst mit dem Aufzug für die Metallfirmen abgebaut werden, dann wird der Nordwall wieder beidseitig befahrbar. Da nur noch montiert werde, könne auch im Winter gearbeitet werden - sofern den Handwerkern die Temperaturen noch zumutbar seien, erläuterte Josephy. Ein „Zeitpuffer“ sei aber einkalkuliert.

Für den Sommer plant die Sparkasse noch einen „Tag der offenen Tür“, bei dem sich Interessenten die Ergebnisse der Sanierung anschauen können.

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