Adorf

„Müssen für Landärzte kämpfen“

- Diemelsee-Adorf (lb). Diagnose Ärztemangel: Das Gesundheitssystem krankt in der Provinz. Die ärztliche Versorgung auf dem Land war Thema einer Podiumsdiskussion.

Der Medizinermangel trifft den Lebensnerv vieler ländlicher Kommunen. „Wir brauchen hier unsere Ärzte vor Ort“, sagt Elke Jesinghausen, Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Waldeck-Frankenberg und zusammen mit der Union in Diemelsee Gastgeberin einer Podiumsdiskussion zur ärztlichen Versorgung auf dem Land in Adorf. Eine unzureichende ärztliche Versorgung stelle einen erheblichen Standortnachteil dar, der die gesamte regionale Wirtschaft beeinflusse. Touristen könnten vom Mangel an medizinischer Vor-Ort-Versorgung abgeschreckt werden, nannte Jesinghausen ein Beispiel. Hausärzte werden weniger „Fehlende medizinische Versorgung verstärkt die Landflucht“, machte Diemelsees Bürgermeister Volker Becker die Folgen für die Gemeinden deutlich. Doch noch ist mit zwei niedergelassenen Allgemeinärzten zumindest in Adorf die Welt in Ordnung. Bundesweit hingegen fehlen schon jetzt 1700 Ärzte im ambulanten Bereich, so Zahlen der Bundesärztekammer. Nach aktuellen Erhebungen geben in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich rund 51 000 niedergelassene Ärzte aus Altersgründen ihre Praxis auf, darunter 23 768 Hausärzte. Nicht jede Praxis wird mit einem Nachfolger besetzt werden können. Die Verbände rechnen damit, dass es 2020 in Deutschland rund 7000 Hausärzte weniger geben wird. Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Samstag, 18. September 2010.

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