Kreisseniorentage haben in der Adorfer Dansenberghalle begonnen

Musik, Tanz und viele gute Gespräche

Diemelsee-Adorf - Noch bis Freitag werden knapp 3000 Senioren aus dem Frankenberger Land in Adorf erwartet, der VfL bewirtet die Gäste.

Den Auftakt machten gestern die Senioren aus Allendorf, Battenberg, Bromskirchen, Vöhl und Waldeck. 594 Gäste zählte der VfL-Vorsitzende Dieter Stöcker.

„Das duftet ja schon nach Kaffee“, sagte eine Seniorin, als sie in die Dansenberghalle trat. Kein Wunder: Die 35 Frauen um Gertrud Bienert hatten schon zwei Stunden vorher in der Küche mit den Vorbereitungen begonnen. Die 100 Tische hatte das insgesamt 140 Männer und Frauen starke VfL-Team mit Frühlingsblumen geschmückt.

Mit Egerländer Klängen und volkstümlichen Stücken unterhielt der Musikverein aus Ober-Waroldern die Senioren, einige Senioren schunkelten und sangen mit. Die Adorfer Landfrauen boten unter der Leitung von Sonja Bienert den Nagel-Schmied-Tanz und einen Country-Tanz zu den Klängen des Liedes „O Susanna“.

Beim Kaffeetrinken bestand Zeit zum Austausch. Die Senioren pflegten ja noch das persönliche Gespräch, statt wie die Jugend per SMS oder „What‘s App“ zu kommunizieren, sagte die Kreisbeigeordnete Monika Svoboda. Sie verwies auf die ungewöhnlichen Verkehrsbewegungen im Kreis: Insgesamt 95 Busse brächten die etwa 4200 angemeldeten Senioren aus dem Frankenberger Land in dieser Woche nach Adorf und die Waldecker in der nächsten Woche nach Haina.

Auf dem Weg machten sie bei einer kleinen Rundfahrt die eine oder andere Entdeckung im anderen Kreisteil, die Seniorentage trügen somit zum Zusammenwachsen des Kreises bei.

Der Zusammenschluss 1974 sei nicht unbedingt „eine Liebesheirat“ gewesen, aber nach 40 Jahren seien die Waldeck-Frankenberger zu einer Einheit zusammengewachsen. Und die Senioren seien die Vorreiter gewesen. Die Tage würden weiter gut besucht, sie seien zu einer Tradition geworden. Die Waldeck-Frankenberger Sparkasse ermögliche sie schon seit mehr als 30 Jahren durch ihre finanzielle Unterstützung. Auch die Battenberger Sparkasse beteilige sich, fügte die Leiterin des Fachdienstes „Soziale Angelegenheiten“ in der Kreisverwaltung, Marion Bayan, hinzu.

Ehrung für die Ältesten

Traditionell wurden die beiden ältesten Gäste des Tages geehrt: Die 95-jährige Lina Degenhard aus Basdorf erhielt einen Strauß Blumen, der 94-jährige Friedrich Ulrich aus Freienhagen eine Flasche Wein.

„Ich freue mich, dass die Halle wieder voll ist“, sagte Bürgermeister Volker Becker. Zuletzt sei der VdL Adorf 2009 Gastgeber der Kreisseniorentage gewesen. Becker stellte den Gästen die Gemeinde Diemelsee mit ihrem Naturpark und ihren 13 Dörfern vor, er lud die Senioren ein wiederzukommen und sich „auf die Pirsch“ zu begeben. Es gebe die Adorfer Bergwerkstradition, das Flechtdorfer Kloster oder den Diemelsteig. Die Gemeine habe 70 Windräder und verzeichne rund 70 0000 Übernachtungen im Jahr. Ein wichtiges Standbein sei die Landwirtschaft - in der Gemeinde gebe es mehr Vierbeiner als Einwohner, sagte er schmunzelnd.

Auch der neue Vöhler Bürgermeister Matthias Stappert und der scheidende Battenberger Magistratschef Heinfried Horsel begleiteten ihre Seniorengruppen. Zum Schluss erklangen nicht nur zwei Strophen des „Waldecker Liedes“ - für die Besucher aus dem Frankenberger Land stimmte der Musikverein auch das „Hessenlied“ an.

Während die Senioren gut gelaunt ihre Busse bestiegen, machten sich die VfL-Frauen ans Abräumen und Abwaschen. Noch am Abend wurde die Tische für den heutigen Nachmittag eingedeckt: Da sind die Burgwalder, Edertaler und Frankenauer in Adorf zu Gast.

Von Dr. Karl Schilling

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