Frühlingskonzert Musikverein Buchenberg · Klassiker und musikalisches Neuland

Musikalische Mischung für Genießer

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„Jeder Tag bringt neue Hoffnung“: Das Buchenberger Orchester mit Dirigent Stefan Denhof bei einer von insgesamt drei Zugaben.

Vöhl - Buchenberg - Das Beste aus vier Jahrzehnten stand beim 16. Frühlingskonzert des Musikvereins Buchenberg auf dem Programm.

Der bunte Strauß von Melodien aus Oper, Operette, Pop, Rock, Filmmusik, sowie Märschen und Polkas im unverwechselbaren Sound der Egerländer geriet zum musikalischen Mix, der mal zum Zurücklehnen und Genießen, aber immer öfter zum Mitklatschen einladen sollte. Ein lautstarkes Bravo aus der gut besuchten Henkelhalle ertönte schon nach der Eröffnung, dem Triumphmarsch aus Giuseppe Verdis Aida. Eine beeindruckende musikalische Verbeugung zum 200. Geburtstag des Komponisten, die 2009 auf dem Programm gestanden hatte.

Fließende Klänge

Bei Stücken aus 40 Jahren gab es für viele Mitspieler trotzdem etliches an musikalischem Neuland zu entdecken, so der Vorsitzende Artur Noll, der bei dieser Gelegenheit daran erinnerte, dass einige Musiker, die heute in den Reihen des Orchesters mitspielten, vor vier Jahren, damals noch im Block Jugend in Ausbildung, ihr aktuelles Können demonstriert hatten.

Als jüngste Nachwuchsmusiker eröffneten Mareike Franken und Anna Jäger mit „Amazing Grace“ den Block mit jungen Instrumentalisten, Philipp Müller blies auf seinem Horn „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“, Trompeter Dominik Franke sorgte mit den fließenden Klängen für „Gänsehautfeeling“ bei Conférencier Thomas Raabe, der sich beim abschließenden „A.I.E“ über die Fortschritte seines Sohnes Konstantin am Saxofon freuen durfte.

„War das nicht toll?“, lobte Bürgermeister Harald Plünne­cke die Darbietungen der jungen Instrumentalisten und die hervorragende Nachwuchsarbeit des „musikalischsten“ Ortsteils der Großgemeinde. Der scheidende Bürgermeister dankte den musikalischen Wegbegleitern seiner Amtszeit für ihre Leistungen als „musikalisches Aushängeschild“. Mit Gute-Laune-Musik wie dem Bert-Kaempfert-Medley „Dankeschön“, dem opulent orchestrierten Rock-Klassiker „Music“ von John Miles sowie den in knackigem Bläsersound noch besser klingenden Besten von Cat Stevens unterstrich der Musikverein Buchenberg mit seinen Mitteln das Lob des Bürgermeisters. Auf „Musik, die keinem weh tut“ folgten zuletzt mit „What a wonderful world“ und Florian Noll als Solo-Trompeter Klänge, bei denen es einem besser geht.

Der zweite Teil des musikalischen Programms begann mit dem jubilierenden „Astronauten-Marsch“, dem Auftakt einer ausführlichen Hommage an Ernst Mosch und seine Egerländer Musikanten mit Schmankerln wie der „Löffelpolka“ vor deren Auftakt der Conférencier Solist Jonas Noll mit dem Ausruf „Hau drauf, Junge!“ anfeuerte. Die ganze Marsch- und Polka-Seligkeit erwies sich als eine unausgesprochene Aufforderung zum Mitklatschen. Im anschließenden Filmmusik-Block konnten sich die Zuhörer dann zurücklehnen und genießen oder auch in Erinnerungen schwelgen, während sich Martin Böttchers Winnetou-Motiv von den Posaunen bis zu den Flöten durch die einzelnen Stimmen bewegte. Beim nahtlosen Wechsel von der Melodie- in die Harmoniearbeit zeigten sich die Bläser des Musikvereins Buchenberg von ihrer allerbesten Seite.

Quirliges Klarinettensolo

Mit seinem eher energischen Ansatz unterband Dirigent Stefan Denhof bei den Winnetou-Melodien das Abgleiten in den Schmalz, die Abenteuer des Apachenhäuptlings blieben bis zuletzt musikalisch spannend. Musikliebhaber mit Vorlieben für lyrische Elemente kamen beim „König der Löwen“-Medley und dem Frage-und-Antwort-Spiel zwischen den Flöten und Klarinetten voll auf ihre Kosten, Thomas Raabe setzte beim Intro zu „Circle of Life“ mit einem quirligen Klarinettensolo ein unvergessliches Glanzlicht.

Ab Carl Terkels Marsch „Alte Kameraden“ waren Musiker und Mitklatscher wieder gleichermaßen gefordert, und auf den offiziellen Kehraus „Gute Nacht“ folgten mit den Polkas „Wir Musikanten“, „Ein halbes Jahrhundert“ und „Jeder Tag bringt neue Hoffnung“ noch drei programmatische Zugaben.

Im Jubiläumsjahr 2014 wird es kein Frühjahrskonzert geben, der Musikverein unterstützt dafür die Jagdhornbläser, die im März 2014 ihr 20-jähriges Bestehen in der Henkelhalle feiern. Zwischen dem 25. Mai und dem 1. Juni feiert dann ganz Buchenberg „40 Jahre Musikverein“, so Artur Noll.

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