Bundeseinheitliche Nummer für Ärztlichen Bereitschaftsdienst nun auch in Korbach

Nach Sprechstunde Hilfe finden

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116117 lautet seit Dienstag die neue Rufnummer für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst. Patienten erhalten Hausbesuche oder werden an die Bereitschaftsdienst-Zentrale im Korbacher Stadtkrankenhaus verwiesen.

Korbach - Seit 1. April ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) auch in Korbach neu organisiert: 116117 lautet die zentrale Rufnummer außerhalb der üblichen Sprechzeiten.

Wer nachts, an Wochenenden oder Feiertagen krank und verletzt ist, hat bisher vor einem Problem gestanden: Der Notruf 112 ist für lebensbedrohliche Fälle reserviert, aber herauszufinden, welcher Arzt grade Notdienst hat, benötigte ein wenig Recherche. Unter anderem deshalb wird bundesweit die einheitliche Gratis-Rufnummer 116117 eingeführt. Seit 1. April ist auch Korbach Teil des neuen Systems. Frankenberg, Bad Wildungen, Bad Arolsen und ihr Umfeld wurden schon zu Beginn des Jahres integriert. Willingen, Diemelsee und Diemelstadt bleiben an den ärztlichen Notfalldienst Westfalen-Lippe angeschlossen.

Unter der neuen Nummer erreichen Anrufer auch außerhalb der üblichen Praxis-Sprechzeiten jemanden, der kompetente Auskünfte gibt und Hilfe in die Wege leiten kann. Die Dispositionszentrale in Kassel ist mit geschultem medizinischen Assistenzpersonal besetzt. Dieses veranlasst einen Hausbesuch oder gibt Auskunft über die Bereitschaftsdienst-Zentrale. Die in Korbach ist am Stadtkrankenhaus angesiedelt.

Mehr Hausbesuche möglich

Durch Einführung eines zentralen Bereitschaftsdiensts werden die Fahrtzeiten zur Praxis für einige Patienten länger. Maximal 30 Minuten sollen sie entfernt liegen. „Der Weg ist nun oft ein bisschen weiter, aber es ist gewährleistet, dass sich verschiedene Ärzte um Praxis- und Hausbesuche kümmern“, erklärt Petra Bendrich von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH). Dadurch seien mehr Hausbesuche möglich, wovon vor allem ältere Patienten profitieren würden.

Ein weiterer Vorteil für Patienten ist laut KVH die Anbindung an der Rettungsdienst: Fast neun Prozent aller Anrufe beim ÄBD sind wirkliche Notfälle. Im neuen System kann sofort an den Rettungsdienst weitergeleitet werden, zuvor musste der Anrufer den Notruf dann separat anrufen.

Für Ärzte bedeutet die Reform, dass sie weniger Bereitschaftsdienste übernehmen müssen. Besonders für jüngere Ärzte ist dies laut KVH ein wichtiges Kriterium für die Ansiedlung im ländlichen Raum.

Alte Nummer noch aktiv

Außerhalb der Sprechzeiten der Praxen ist die Rufnummer 116117 montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 7 Uhr erreichbar, mittwochs und freitags schon ab 14 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen ist sie durchgängig geschaltet.

Dr. Bernardo Fritzsche, Obmann für den ÄBD in Korbach, weist darauf hin, dass für Korbach und Teile der Gemeinden Lichtenfels, Vöhl und Waldeck auch die bisher übliche Gratis-Rufnummer 05631/1010 zur Verfügung steht. Anrufer erreichen mit ihr mindestens bis zum Jahresende die gleichen Stellen. Er rate zur 1010, die neue Nummer weise gelegentlich noch technische Probleme auf.

Die Korbacher ÄBD-Zentrale hat montags bis freitags nach Vereinbarung mit dem jeweiligen Arzt, an Wochenenden, Feier- und Brückentagen von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Informationen dazu, wer für Patienten zuständig ist, sind auch auf der Seite www.kvhessen.de, über den Button „Bereitschaftsdienst“ erhältlich. Von Wilhelm Figge

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