Von Produktion bis Präparierung: Unterwegs mit den Willinger „Schneemachern“

Nachtschicht auf weißem Teppich

+

- Willingen (nv). Skifahrer lieben perfekt präparierte Pisten. Um für sie den weißen Teppich auszurollen, sind die „Schneemacher“ im Upland derzeit Nacht für Nacht im Einsatz. Die WLZ-FZ hat die Herren der Kanonen und Lanzen an ihrem eisigen Arbeitsplatz besucht.

16.30 Uhr: Wenn die Skifahrer ihre letzten Schwünge an den Hängen der Uplandberge machen, stehen die Schneemacher bereits in den Startlöchern. Da die milden Temperaturen im November und Dezember keine Grundbeschneiung vor dem ersten Skitag zuließen, verbringen die Männer in diesen kalten Tagen viele, viele Stunden im Freien. „Wir sind die ganze Nacht hindurch unterwegs“, berichtet Rolf Schnurbus von der Ettelsberg-Seilbahn. Jede Stunde setzt sich der Fachmann auf seinen Motorschlitten und saust den Willinger Hausberg hinauf, um die Positionierung der Kanonen und die Schneequalität zu überprüfen.

„Heute Nacht müssen wir mit allen Tricks arbeiten“, erklärt Christian Rummel, der für die Beschneiung von Sonnenlift und Ritzhagen verantwortlich ist. Der Ostwind ist für ihn Fluch und Segen zugleich: Einerseits bringt er zweistellige Minustemperaturen, so dass Kanonen und Lanzen den von Skiliftbetreibern und Skifahrern gleichermaßen geliebten trockenen Schnee herausschießen. Andererseits schleudern die stürmischen Böen den Schnee kreuz und quer durch die Luft. Die Kanonen so auszurichten, dass die Kristalle nur auf der Piste landen und nicht im Wald oder auf der Liftspur, ist ein schwieriges Unterfangen.

Die klirrende Kälte erschwert die Arbeit zusätzlich. Immer wieder müssen Rummel und sein Kollege Robert Küthe die Maschinen und Anschlussschächte von Schnee und Eis befreien. Als die beiden dick vermummten Männer in ihren Overalls über einen riesigen weißen Hügel stapfen und ihnen nur Schneeerzeuger und Sterne Licht spenden, erinnert der Ritzhagen an eine Mondlandschaft. Für eine kurze Zeit lassen Idylle und die selbst hergestellten Schneemassen den Stress und die Kälte vergessen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 3.Februar

Kommentare